Stellungnahme von TschetschenInnen aus Vorarlberg (Eva Fahlbusch)

Hallo zusammen,

aufgrund der Nachrichten, die nun immer häufiger über die Terrorgruppe in Syrien und dem Irak des sogenannten „Islamischen Staates“ (IS) zu lesen sind und auch, dass in Österreich Verhaftungen stattgefunden haben, aus denen hervorgeht, dass auch tschetschenische junge Männer sich von radikalen Ideologen haben anwerben lassen, haben sich nun vorarlbergische Tschetscheninnen und Tschetschenen zusammengesetzt und ausführlich über dieses Thema diskutiert, weil sie ebenso über die grauenvolle Entwicklung dieser Terrorgruppe betroffen sind, wie wir auch.

Sie haben ebenso Angst vor radikalen Ideologen, sie stellen sich entsetzt gegen die Verführungen, von denen sich junge Menschen (egal welcher Nationalität) begeistern lassen, sie befürchten eine neue Stigmatisierung ihrer eigenen Volksgruppe als „kriegserfahrene Kämpfer“.

Dem Großteil der hier ansässigen Tschetscheninnen und Tschetschenen geht es um Frieden und ein Miteinander, um eine gute Zukunft für sich selbst, ganz voran, der ihrer Kinder.

Sie bemühen sich, sich zu integrieren und legen nicht nur großen Wert auf die Bildung ihrer Kinder, sondern investieren auch einen Großteil ihres Einkommens darin.

Sie haben sich nun also ernsthaft und mit großem Engagement mit diesem Thema auseinandergesetzt, um eine Stellungnahme zu formulieren, in der sie ihrer Sicht Ausdruck geben möchten.

Ich wurde inzwischen gefragt, wie diese Stellungnahme zusammen gekommen ist, und möchte meine Antwort dazu vorausschicken:

„Auf Nachfrage möchte ich betonen, dass die Stellungnahme ausschließlich von Tschetscheninnen und Tschetschenen ausführlich diskutiert und erarbeitet wurde. Mir kam dabei lediglich die Rolle der Schriftführerin zu.
Es war eine sehr spannende, sehr lebendige Diskussion.

Und ebenfalls wichtig zu wissen, dass es nicht nur ein kleines Grüppchen war, sondern dass sich die Diskussion und Reflektion über mehrere Treffen hinzog, an denen sich immer wieder neue Teilnehmer aktiv zu Wort meldeten.
Gelernt habe ich sehr vieles dabei. Insbesondere auch, wie reflektiert nachgedacht wurde, wie betroffen und besorgt die Menschen sind und vor allem, wie paritätisch und gleichberechtigt Konsensbeschlüsse formuliert wurden.“

In der Anlage finden Sie also die Stellungnahme.

Mit schönen Grüßen,

Eva Fahlbusch

Stellungnahme von TschetschenInnen aus Vorarlberg (pdf)