Plastikmüll tötet (Jörg Rohwedder)

kürzlich verendete ein Wal, völlig abgemagert, an Norwegens Küste. 30 Plastiktüten und weitere Plastikabfälle wurden in seinem Magen gefunden [1]. Verhungert mit vollem Magen: Diesen qualvollen Tod erleiden unzählige Vögel, Schildkröten und Fische jeden Tag. Plastik ist eine Gefahr für das ganze Ökosystem: Es zersetzt sich nicht, es zerfällt nur in kleine Partikel, die für Jahrhunderte in der Umwelt bleiben. Tiere nehmen die Partikel auf, die schließlich in unserem Essen landen. Plastik ist sogar im menschlichen Blut nachweisbar [2].

Europa ist der weltweit zweitgrößte Plastik-Produzent. Jahr für Jahr wird mehr Plastik verbraucht. Doch jetzt haben wir eine Chance, etwas dagegen zu unternehmen. In den kommenden Wochen erarbeitet die EU-Kommission ihre neue Plastik-Strategie [3]. Das könnte eine echte Verbesserung bringen – oder eine bittere Enttäuschung. Die EU will gegen das Plastikmüll-Problem vorgehen, aber hinter den Kulissen kämpft die Plastiklobby für ihre Interessen – zum Beispiel gegen das Verbot von Einwegplastik. Es ist an uns, jetzt für Gegendruck zu sorgen!

Wir werden dafür sorgen, dass wir wahrgenommen werden. Die EU-Kommission will Hersteller und Umweltgruppen in Brüssel anhören, und wir werden diese Chance nutzen, um unseren Protest vor Ort unübersehbar zu zeigen – mit großen Plakatwänden – am Flughafen und direkt vor dem Kommissionsgebäude. Die Werbeflächen sind sehr gefragt, deshalb müssen wir sie so schnell wie möglich buchen. Unsere Botschaft auf den Plakaten wird nur funktionieren, wenn Tausende mitmachen. Bitte unterstützen Sie unsere Aktion und unterschreiben jetzt den Appell!

Unterschreiben Sie hier gegen Plastikmüll!

Gurken, die in Plastik eingeschweißt sind; Flaschen, die nur einmal benutzt werden; Sonnencreme, die Mikroplastik enthält – wo man auch hinschaut, Plastik ist allgegenwärtig. Seit den 1950er Jahren wurden mehr als acht Milliarden Tonnen davon weltweit produziert. Nur ein kleiner Teil wurde recycelt. Fast 80 Prozent landeten in der Atmosphäre oder auf Mülldeponien. [4]

Sogar die entlegensten Gegenden des Planeten sind mittlerweile von Plastik überschwemmt – ob Arktis, Tiefsee oder unbewohnte Inseln. Plastik verrottet nicht, es zerfällt höchstens in Mikropartikel. Und die sind weiter gefährlich. Die kleinen Partikel werden vom Plankton aufgenommen, von Fischen gefressen und gelangen so in unsere Nahrungskette. Das hat unabsehbare Risiken, denn Plastik enthält oft giftige Zusatzstoffe.

Die EU hat jetzt über effektive Maßnahmen gegen die Plastikflut zu entscheiden. Drei Punkte sind besonders wichtig: [5]

  • Die EU muss gegen den Verpackungswahnsinn vorgehen und den Plastikverbrauch insgesamt senken. Wir brauchen klare Regelungen, die den Gebrauch von Einwegverpackungen und Mikroplastik begrenzen.
  • Plastikprodukte dürfen keine giftigen Zusatzstoffe enthalten; sie müssen haltbar und recycelbar sein.
  • Deutlich mehr Plastik muss gesammelt und recycelt werden, damit es gar nicht mehr erst in die Umwelt gelangt.

Die EU kann einen wesentlichen Beitrag leisten, damit die Welt nicht in Plastikmüll erstickt. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass die Plastiklobby verliert. Das Pariser Klimaabkommen hat gezeigt: Wenn Europa sich nicht bewegt, passiert nichts. Die EU muss jetzt eine effektive Plastik-Strategie auf die Beine stellen – andere Länder werden dann folgen.

TTIP, CETA, Glyphosat – dass das Image der EU-Kommission angeschlagen ist, kommt nicht von ungefähr. Jetzt sucht sie nach Möglichkeiten, wie sie das ändern kann. Das ist eine Chance für uns: Wir können der Kommission klar machen, dass sie bei dem Plastikproblem richtig punkten kann. Aus diesem Grund starten wir diese Kampagne gemeinsam mit vielen Partner aus ganz Europa und fordern aus allen Regionen des Kontinents eine starke Strategie gegen die Plastikflut. Unterschreiben Sie den Aufruf und leiten Sie diese E-Mail dann an Ihre Freunde und Familienmitglieder weiter! Sorgen wir gemeinsam für einen unübersehbaren Appell zum Stopp des Plastikwahnsinns!

Voller Hoffnung grüßen herzlich aus vielen Ländern Europas

Jörg Rohwedder (Lübeck)
Virginia López Calvo (Madrid)
Doina Proorocu (Bukarest)
Julia Krzyszkowska (Warschau)
Olga Vuković (Bologna)
Marine Gauthier (Paris)
für das gesamte WeMove.WeMove.EU-Team

Referenzen:

[1] „Sterbender Wal an der Küste Norwegens gefunden, mit 30 Plastiktüten im Magen”, The Telegraph, 3. Februar 201
http://www.telegraph.co.uk/news/2017/02/03/whale-found-dying-coast-norway-30-plastic-bags-stomach/