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Von: "Josef Gary Fuchsbauer" <>
Betreff:
Reform der Oberstufe-Die
veroeffentlichte Meinung und die Gesetzesrealitaet
Datum: Freitag, 20. Jänner 2012 09:23
Gestern wurde im Nationalrat die modulare Oberstufe (und
u.a. auch die Integration in der 9. Schulstufe in der BMS) beschlossen und das
Bildungsvolksbegehren diskutiert.
Es wird darueber sehr positiv berichtet:
news.orf.at/stories/2100482/2100470/
So soll etwa lt. BM Schmied die Zahl der LehrerInnen in
den 7 Jahren von 2012 bis 2018 um 10.000 erhoeht werden, das waeren etwa 8
Prozent.
4000 kommen in den bisherigen Hauptschulen (oder auch
AHS-Unterstufen) dazu, wenn sie Neue Mittelschulen werden.
Die weiteren 6000 ermoeglichen vor allem kleinere
Klassen, mehr Sprachfoerderung, und wohl auch die Lernbegleitung und
zusaetzliche Foerderung ab der 10. Schulstufe.
(Was nicht gesagt wurde: Ein Teil werden wohl auch die
kuenftigen mittleren ManagerInnen sein.)
Was aber ueberhaupt nicht gesagt wurde: Wie diese 8
Prozent mehr finanziert werden.
Da eine Vermehrung der Zahl der LehrerInnen (hoffentlich)
eher darauf hindeutet, dass die Lehrverpflichtung nicht erhoeht wird, ist
angesichts der Schuldenbremse eine entsprechende Verringerung des
Lebenseinkommens im neuen Gehaltsschema zu befuerchten - was wohl mit den
angehobenen Anfangsgehaeltern verschleiert werden soll.
Nun aber zum eigentlichen Grund dieses Mails, den ich im
Betreff ansprach:
In den Meldungen ueber die modulare Oberstufe steht: "Ein
Aufstieg ins nächste Schuljahr ist in der Modularen Oberstufe mit zwei Nicht
genügend, nach Beschluss der Klassenkonferenz einmal auch mit drei Fünfern
möglich."
Was nicht in der Meldung steht: Je ein Fuenfer zB in
Englisch im WS und im SS sind 2 Fuenfer. In diesem Fall war auch bisher das
Aufsteigen moeglich, bloß entfaellt nun der Klauselbeschluss der
Klassenkonferenz. Diesen braucht es kuenftig nur, falls im WS oder SS ein
zusaetzlicher Fuenfer vorhanden ist.
Aber: Bisher konnte jemand mit zB je einem Fuenfer in D
und E im WS und SS 2 Wiederholungspruefungen in der ersten Schulwoche machen und
sich so das Aufsteigen ueber die Ferien erkaempfen. Das geht so kuenftig nicht
mehr. Sie/er muesste sich die WS-Fuenfer bereits waehrend des SS ausbessern.
("Schueler, deren Semesterzeugnisse in der betreffenden
Schulstufe in Pflichtgegenständen höchstens zwei Nichtbeurteilungen oder
Beurteilungen mit „Nicht
genügend“ aufweisen, sind zum Aufsteigen in die
nächsthöhere Schulstufe berechtigt") Wenn also tatsaechlich die Zahl der
RepetentInnen halbiert werden soll, muessen Lernbegleitung und zusaetzliche
Foerderkurse das bewirken. Das Budget fuer letztere soll um 35 Prozent erhoeht
werden (aus den Erlaeterungen zu den geplanten Kosten:
www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/I/I_01617/fname_237790.pdf.
Gesetzestext:
www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/I/I_01617/fname_237788.pdf ), die Budgets
fuer LernbegleiterInnen sollen erst "detailliert in den Novellen der betroffenen
dienst- und besoldungsrechtlichen Materien" dargestellt werden. Kosten fuer
Semesterpruefungen oder zusaetzlichen Verwaltungsaufwand werden nicht erwaehnt.
LG Gary