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Von: "akin" < akin.redaktion@gmx.at >

 

Betreff: Krise/Kommentar:

 

S&P: Sparen verschaerft die Krise!, Attac: Banken zerteilen!

Datum: Mittwoch, 18. Jänner 2012 00:22

 

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akin-Pressedienst.

Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 17. Jaenner 2012; 23:44

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Krise/Kommentar:

 

> Attac: Banken zerteilen!

 

Standard & Poors: Sparen verschaerft die Krise

 

Laut Standard & Poors sind die Risiken der in Osteuropa engagierten

oesterreichischen Banken einer der Hauptgruende fuer das Downgrading

Oesterreichs. Eine Rettung von Erste Bank, Bank Austria oder

Raiffeisen wuerde die Staatsschuld sofort auf mehr als 80 Prozent des

BIPs ansteigen lassen. "Wuerde die Bundesregierung die Begruendung

fuer das Downgrading ernst nehmen, muesste sie die oesterreichischen

Banken per Verfassungsgesetz sofort zerteilen - und zwar auf eine

Groesse die ihrer Ansicht nach nicht mehr systemrelevant ist", sagt

Christian Felber von Attac Oesterreich.

 

Attac fordert die Regierung daher auf die Banken durch strengere

Regulierungen auf ihre Kernaufgaben – die Verwaltung von Einlagen und

die Kreditvergabe fuer die Realwirtschaft – zu beschraenken:

Spekulative Geschaefte der Banken sollen unterbunden und Dividenden

sowie Managerboni so lange ausgesetzt werden, bis die notwendige

Eigenkapitalquote erreicht ist. Fuer Banken, die auch

Investmentbanking betreiben, darf es keinerlei staatliche Garantien

oder Hilfen mehr geben. "Es ist nicht einzusehen, dass Aktionaere

Dividenden kassieren, solange die Banken Eigenkapital aufbauen muessen

oder der Staat fuer die Spareinlagen bei ihnen garantiert", sagt

Felber. "Wenn es nicht gelingt ihre riskanten Geschaeftspraktiken zu

regulieren, sollten sie restrukturiert – sprich zerteilt – werden."

 

Banken haben die aktuellen Probleme wesentlich mitverschuldet. Viele

oesterreichische Institute haben in Osteuropa auf riskante

Fremdwaehrungskredite gesetzt, etliche haben gegen Geldwaescheregeln

verstossen und das Bankwesengesetz verletzt. Sie haben spekuliert,

Schattenbanken gegruendet, Bilanzen beschoenigt und gefaelscht,

Kredite verbrieft, weiterverkauft und astronomische Managerboni

verteilt. Groesse war das Ziel: Ihre Bilanzsummen sind in den letzten

Jahren enorm angestiegen. "Anstatt in Osteuropa Eigentuemer,

Gewinnabschoepfer und Systemrisiko zu werden, waere es besser gewesen,

die oesterreichischen Banken haetten ihr Know-How als

Nachbarschaftshilfe weitergegeben - diese Vorgangsweise haette ihren

gemeinnuetzigen Gruendungsidealen mehr entsprochen", sagt Felber.

 

Gleichzeitig ist die effektive Steuerbelastung der Banken in den

letzten Jahren massiv gesunken. Nach Berechnungen von Attac entgehen

dem oesterreichischen Staat derzeit durch Aktivitaeten der heimischen

Banken in Steueroasen zusaetzlich jaehrlich Steuereinnahmen bis zu

zwei Milliarden Euro.

 

Die Krise wird benutzt um den Spardruck auf den Sozialstaat zu

erhoehen, obwohl S&P gerade einseitiges Sparen als Grund fuer die

Verschaerfung der Krise nennt: "Wir sind auch der Auffassung, dass die

Gipfelvereinbarung von einer lediglich einseitigen Interpretation der

Ursachen der Staatsschuldenkrise gepraegt ist, naemlich dass die

derzeitigen finanziellen Unsicherheiten primaer von mangelnder

budgetaerer Disziplin in den Peripheriestaaten der Eurozone

herruehren. Nach unserer Meinung sind die finanziellen Probleme in der

Eurozone jedoch gleichermassen ein Ergebnis der steigenden

aussenwirtschaftlichen Ungleichgewichte und sich auseinander

entwickelnder Wettbewerbsfaehigkeit zwischen den Kernlaendern der

Eurozone und den so genannten Peripheriestaaten. Daher glauben wir,

dass ein Reformprozess, der einseitig auf fiskalischen Sparmassnahmen

beruht, unwirksam sein koennte, indem die Inlandsnachfrage in gleichem

Masse sinkt wie die Sorge der Verbraucher um ihre Arbeitsplaetze und

ihre verfuegbaren Einkommen steigt und damit die nationalen

Steuereinnahmen erodieren!" (1) (Attac/bearb.)

 

(1)

http://www.standardandpoors.com/ratings/articles/en/us/?articleType=HTML&assetID=1245327296787

 

 

 

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