Newsletter der Plattform 20000 Frauen || August 2017

Liebe Frauen,

Die Aktivistinnen der Plattform 20000 Frauen kehren mit ersten konkreten Ideen für das Jahr 2018 aus der Sommerpause zurück. Es gilt ja einiges zu feiern und einigem zu gedenken: 100 Jahre Frauenwahlrecht – 80 Jahre Anschluss – 70 Jahre UN-Menschenrechtskonvention – 50 Jahre Revoltenjahr 1968.

Alle, die sich an der Gestaltung der Aktionen für 2018 beteiligen möchten sind herzlich eingeladen und aufgefordert, mit uns gemeinsam nachzudenken und sich von Anfang an einzubringen. Hier die nächsten Möglichkeiten dazu:

Samstag, 2. September 2017

Frauen.Punkt am Volksstimmefest, Jesuitenwiese, 1020 Wien

ab 14:00

Jause: Kaffee, Kuchen, Süßspeisen, Säfte

Drinks: Cocktails, Wein, Bier & mehr

Food: Veganes, Fleisch-, Käse-Speisen, Suppe

16:00 – Frauen für Frieden und eine gewaltfreie Welt

eine künstlerische Intervention auf dem Festgelände – in Kooperation mit der Plattform 20000 Frauen, OBRA und STIXX – Frauen trommeln. Konzept: Aiko Kazuko Kurosaki, Ausführende: STIXX, OBRA – Aktivistinnen und alle Frauen, die mitmachen wollen.

17:00 – 18:30 – Putsch, kalter Krieg und der Vormarsch der Neoliberalen:

mögliche Gegenstrategien in Lateinamerika

Eine Diskussion mit Vertreterinnen aus Argentinien (Natalia Hurst/ Ni una Menos Austria), Brasilien (Célia Mara), Chile (tbc) und Venezuela (Zoraida Nieto) mit einer Intervention von Podemos (tbc); Moderation Silvia Jura

19:00 – 20:00: Performance: Sabine Marte (tbc)

20:00 – 22:00 open stage: women jam together

Musikerinnen, Sängerinnen, Performerinnen – welcome!

(Keyboard, Percussion und Guitar Amp sind vorhanden)

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Sonntag, 3. September 2017

Frauen.Punkt am Volksstimmefest, Jesuitenwiese, 1020 Wien

Ab 12:00 Brunchtime

Jause: Kaffee, Kuchen, Süßspeisen, Säfte

Drinks: Cocktails, Wein, Bier & mehr

Food: Veganes, Fleisch- oder Käse-Speisen, Suppe

14:00 – 15:30 – Ni una menos! Diskussion zum Femizid in Lateinamerika.

Mit Beiträgen von Vertreterinnen aus Argentinien, Kolumbien, Mexico, Venezuela. (Namen tba) Moderation: Zoraida Nieto

15:30 – 17:00: „Frauen denken weiter: Frauen.Widerstand 2018“

100 Jahre Frauenwahlrecht, 100 Jahre Ende des ersten Weltkrieges, aber auch andere Jahrestage wollen wir nutzen um

wieder ein starkes öffentliches feministisches Zeichen zu setzen. Dabei unterstützen wir auch die Initiative für das Frauenvolksbegehren

2.0 und wollen mit den Sprecherinnen über das Verbindende und Synergien Ermöglichende diskutieren.

17:00 – 18:00: Proletarier_innen aller Länder, vergnügt euch!

Was gilt als Arbeit, was als Faulheit – und für wen? Wer bestimmt die Regeln der Leistungsgesellschaft? Die Talkshow in einer überdimensionalen Hängematte verhandelt – Themen wie Grundeinkommen, Wirtschaftsdissidenz, Utopie und ihren Bezug zu Migration, Rassismus und der Festung Europa. Reden Sie mit! / Ein Projekt im Rahmen der WienWoche, in Kooperation mit Maiz.

18:00 – 18:30: Lesung Karin Marinho

danach Open Mic: Töne und Worte all er Art…

20:00 – 22:00 Open Stage: women jam together

Musikerinnen, Sängerinnen, Performerinnen – welcome! (Keyboard, Percussion und Guitar Amp sind vorhanden

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Für den Aufbau, bei der Ausgestaltung und beim Abbau freuen wir uns über eure Mithilfe. Treffpunkt am Samstag 11.00, wer früher kann und mag bereits ab 10.00.

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Frauen.Punkt am Volksstimmefest, 2. & 3. September 2017

Jesuitenwiese im Prater

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Vorläufiges Programm:
Samstag, 2.September 2017, 16.00 Treffpunkt am Frauen.Punkt

„Frauen für Frieden und eine gewaltfreie Welt“
– eine künstlerische Intervention auf dem Festgelände – in Kooperation mit der Plattform 20000 Frauen, OBRA und STIXX – Frauen trommeln.
Konzept: Aiko Kazuko Kurosaki, Ausführende: STIXX, OBRA-Aktivistinnen und alle Frauen, die mitmachen wollen.

Sonntag, 3. September 2017, 15.00, Frauen.Punkt

„Frauen denken weiter: Frauen.Widerstand 2018“
Diskussionsrunde

100 Jahre Frauenwahlrecht, 100 Jahre Ende des Ersten Weltkrieges, aber auch andere Jahrestage wollen wir nutzen, um wieder ein starkes öffentliches feministisches Zeichen zu setzen. Dabei unterstützen wir auch die Initiative für das Frauenvolksbegehren 2.0 und wollen mit den Sprecherinnen über das Verbindende und Synergien Ermöglichende diskutieren.

Überraschungspaket, u.a. mit folgendem Inhalt:

Getränke- und Essensstand organisiert von der lateinamerikanischen Frauencommunity. Soziale Hängematten-Performance der Frauen von maiz. Diskussionsrunde zu den Brennpunkten Lateinamerikas. Jam Session.

Für den Aufbau, bei der Ausgestaltung und beim Abbau freuen wir uns über eure Mithilfe. Treffpunkt am Samstag 11.00, wer früher kann und mag bereits ab 10.00.

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Mittwoch, 13. September 2017, 18.00

transform!europe, Gusshausstraße 14/3, 1040 Wien

Erstes Herbstplenum der Plattform 20000 Frauen

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Dienstag, 7. November 2017, 18.00

KosmosTheater, Siebensterngasse 42, 1070 Wien

Erstes Planungstreffen für 2018

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Hier unsere bisherigen Ideen für 2018, die nur vorläufige sind. Wenn sich welche vorstellen können, zu ihrer Umsetzung beizutragen oder wenn welche ganz andere Ideen haben, wir sind offen für (fast) alle/s. Klar ist jedoch, dass das Gedenkjahr 2018 nur dann gebührend begangen und mit unseren aktuellen Kämpfen – wie etwa den Anliegen des Frauenvolksbegehrens 2.0 – in Verbindung gebracht werden kann, wenn VIELE sich einbringen und in Bewegung setzen.

 Erste Ideen für 2018  (diese oder auch ganz andere)

Frauenparlament

Wir mieten einen Tag lang einen großen Saal und veranstalten ein Frauenparlament

Reden

  • Historisch bedeutende von Frauen (z.B. erste von Frau gehaltene Parlamentsrede, letzte vor Auflösung des Parlaments 1934, Rede/n von Johanna Dohnal usw.)
  • Reden für heute: Frauen reden zu den verschiedenen Ressorts: Frauen-, Innen-, Außen-, Asyl-, Bildungs-, Wirtschaftspolitik und beschließen diese mit einem Gesetzesantrag, der dann im Plenum abgestimmt wird
  • Die Ergebnisse halten wir in Form von Transparenten für die Demo fest
  • In einem Nebenraum können die Filme „Alice Paul – Wege ins Licht“ (über die Kämpfe der US-amerikanischen Frauenwahlrechtsbewegung), „Suffragettes“ (über die Kämpfe der englischen Frauenwahlrechtsbewegung) und „Die göttliche Ordnung“ (über die Kämpfe der Schweizerinnen für das Frauenstimmrecht 1971) gezeigt werden.
  • In einem anderen: Filmaufnahmen mit historischen Reden von Johanna Dohnal, Franziska Fast, Herta Firnberg, Irmtraut Karlsson, Madeleine Petrovic, Freda Meissner-Blau usw.

Demo

  • Logo: Suffragettenstiefel in lila für Stickers und Materialien in Print
  • Wir sammeln unter #FrauenParlament Fotos von Frauen mit ihren Gesetzesanträgen ans aktuelle Parlament
  • Wir brauchen ein Erkennungsmerkmal analog zu den Pussy-Hats der Organisatorinnen des Women’s March on Washington, z.B. lila Schuhe
  • Frauen in historischen Kostümen an der Spitze der Demo
  • Flashmobs im Vorfeld (auch in anderen Bundesländern)
  • Strickistinnen-Aktion

Gemeinsames Fraulenzen auf der Wiese

Wir lassen uns nieder, lesen einander geistig oder literarisch ansprechende Texte vor oder lesen diese gemeinsam, nehmen unsere Musikinstrumente mit und singen einzeln oder zu mehrt, speisen und trinken miteinander, tanzen miteinander, sonnen uns (hoffentlich), lassen die Seele baumeln, kommen nach getaner Action miteinander ins Gespräch und lernen einander kennen.

Alle Frauen, die finden, dass sie zu viel arbeiten, sind herzlich eingeladen, sich einzufinden und diesen Protest der anderen Art mit zu inszenieren. Das Angebot ist einen Freiraum für ‚Nichtstun’, Zeit für sich selbst, Ausspannen, Sich-verwöhnen-Lassen (bei gutem Essen und Trinken) nach getaner Arbeit. Das Ganze ist eine feministische Intervention im öffentlichen Raum. Diskussionen, aber auch zelebriertes Nichtstun und Sich-selbst-Feiern sind angesagt.

Timeline: Drei Tage nacheinander oder das Parlament und gemeinsames Fraulenzen im Frühling, die Demo im Herbst (Oktober)

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Filmtipp

Was kämpfende Frauen bewegen können, zeigt auf sehr anschauliche und humorvolle Weise der Film „Die göttliche Ordnung“ von Petra Volpe, der aktuell in den Kinos läuft. Er macht Lust auf mehr und wir sollten ihn uns gemeinsam anschauen. Anbei meine Rezension:

Fotocredit: blick.ch/

Frauenemanzipation in den Schweizer Bergen

Schon lange gab es in den heimischen Kinos keinen derart erbaulichen Film mehr über die Kämpfe der Zweiten Frauenbewegung zu sehen wie aktuell Petra Volpes Die göttliche Ordnung (CH, 2017). Mit viel Humor schildert er den Einsatz einer Gruppe von Frauen in einem Schweizer Gebirgsdorf für das Frauenstimmrecht und was ungefähr abgegangen sein muss, damit sich die Wahlberechtigten – ausschließlich Männer – im Jahr 1971 mehrheitlich dafür aussprachen.

Der Film zeigt, welch mutiger Frauen und welchen Ideenreichtums es bedurfte, um den Geist des Feminismus selbst in die abgelegensten Gebirgstäler zu tragen und die dort seit Jahrhunderten geltende ‚göttliche Ordnung‘ aus den Angeln zu heben. Der Prozess der Bewusstwerdung der eigenen Lage wird in Szenen des Alltags beschrieben, in denen Frauen nicht nur ihre eigene entrechtete Situation erkennen, sondern auch die der jeweils anderen Geschlechtsgenossinnen und so sehen lernen, wie die Männerherrschaft ihr aller Leben einengt, aber auch die Männer selbst unglücklich macht. Es sind u.a. diese leisen Töne im zwischenmenschlichen Mikrokosmos, die neben den ins Dorf versetzten kreativen Aktionsformen, die die Frauen wählen, den Film so sehenswert machen.

Männer untersagen ihren Frauen die Berufstätigkeit, Väter veranlassen die Wegsperrung ihrer rebellierenden Töchter in Jugendstrafanstalten, Frauen bedienen ihre Söhne, Ehemänner, Väter und Schwiegerväter. Vom weiblichen Orgasmus hat in der abgeschiedenen Gegend noch nie jemand gehört, bevor drei der Protagonistinnen nach einer Demo in der Großstadt einen Workshop über weibliche Sexualität besuchen und das dort erworbene Wissen nicht nur an die anderen Frauen im Dorf weitergeben, sondern ab nun auch höhere Ansprüche an ihr Eheleben stellen. Interessant auch zu sehen, wie die Männer in der Öffentlichkeit einem ehernen Gruppenzwang unterstehen und einander beweisen müssen, dass sie ihre Frauen unter Kontrolle haben, da sie sonst bei ihresgleichen an Ansehen verlieren.

Am Ende des Films hat der Feminismus nicht nur alle glücklicher gemacht, sondern auch anschaulich gezeigt, dass die überkommenen feudalen Geschlechterverhältnisse zurecht abgedankt haben und dass es höchste Zeit dafür war. Und nicht zuletzt, dass Frauen mehr von ihrem eigenen Leben und einem guten menschlichen Zusammenleben verstehen.


Feministischer Terminkalender

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Sonntag, 3. September 2017, 15.00
Podiumsdiskussion am Volksstimmefest

Was fordern NGOs von der künftigen Regierung?
Welche Themen sollen im Wahlkampf aufgegriffen werden und welche Maßnahmen fordern wir von den gewählten Volksvertreter_innen und der künftigen Regierung?
Mit Vertreter_innen einiger sozial engagierter Organisationen (Birge Krondorfer – Frauenhetz/ Plattform 20.000 Frauen, Ulli Sambor – Runder Tisch Grundeinkommen, Georg Zenta – attac, weitere angefragt) und den DiskussionsteilnehmerInnen soll eine Liste der wichtigsten Forderungen in Richtung einer solidarischen Gesellschaft erstellt werden, zu denen im Wahlkampf Stellung bezogen werden soll und für die auch nach den Wahlen gekämpft wird.
Moderation Peter Degischer (transform.at).

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Freitag, 8. September 2017, 18.00-20.00
Frauenbildungsstätte Frauenhetz, Untere Weißgerberstraße 41, 1030 Wien Seminarraumgespräch – Denken in Präsenz

Krise der Demokratie – Frauen – andere Politikformen?
mit ANTJE SCHRUPP (Frankfurt/Main), Politikwissenschaftlerin mit Schwerpunkt weiblicher politischer Ideengeschichte, Bloggerin, Co-Übersetzung von „Macht und Politik sind nicht dasselbe“ (Diotima-Philosophinnen/Verona).
In unseren Seminarraumgesprächen kann leidenschaftlich und mit Muße in Präsenz über Präsentes nachgedacht werden.
Kuratiert und moderiert von Birge Krondorfer
Snacks und Getränke werden gereicht.
Eintritt frei, Spenden willkommen.
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Samstag, 9. September 2017, 18.00
Autonomes Frauenlesbenzentrum, Währingerstraße 59, Stiege 6, 2. Stock, 1090 Wien

Das Bedingungslose Grundeinkommen. Feministische und postpatriarchale Perspektiven
Vortrag und Diskussion mit Antje Schrupp
Arbeit ist dabei mehr als Erwerbsarbeit, Wirtschaft mehr als Zahlen und Bilanzen – eine Debatte, die die feministische Ökonomiekritik seit langem führt. Das Bedingungslose Grundeinkommen, ein Einkommen also, das allen Menschen unabhängig von ihrer Erwerbsarbeit zur Verfügung steht, müsste so gesehen eigentlich eine gute Idee sein. Trotzdem sind viele Frauen skeptisch: Bleibt dann nicht erst recht die Haus- und Care-Arbeit an den Frauen hängen, die mit einem Grundeinkommen „abgespeist“ werden? Werden so nicht Menschen, die für den Arbeitsmarkt nicht mehr verwertbar sind, ruhiggestellt und ausgeschlossen? Wer macht in einer Welt, in der niemand mehr arbeiten muss, die ungeliebten Arbeiten, die aber dennoch notwendig sind? Das alles sind berechtigte Fragen, die aber das Modell nicht grundsätzlich diskreditieren. Das Bedingungslose Grundeinkommen kann ein Schritt in die richtige Richtung sein – allerdings nur, wenn feministische und postpatriarchale Perspektiven mitgedacht werden. Zum Beispiel muss das Grundeinkommen eingebettet sein in ein auf Care zentriertes ökonomisches Konzept, und es muss die Geschlechterdifferenz berücksichtigen.
Antje Schrupp ist Mitherausgeberin des Sammelbandes „Das Bedingungslose Grundeinkommen. Feministische und postpatriarchale Perspektiven“ und stellt an diesem Abend die zentralen Thesen der Autorinnen vor und zur Diskussion.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation von FZ und Frauenhetz
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Mittwoch, 13. September 2017, 19.00

Republikanischer Club, Rockhgasse 1, 1010 Wien

 ANTISEMITISMUS UND ANTIFEMINISMUS IN DER FPÖ

Vortragsabend mit: Heribert SCHIEDEL und Karin STÖGNER

Heribert SCHIEDEL spricht zum Thema: Freiheitlicher Antisemitismus: Verleugnet und oft unerkannt

Mit seinem antisemitischen Kelsen-Kohn-Kalauer hat Johannes Hübner einmal mehr deutlich gemacht, welches Gedankengut in der FPÖ, im „Dritten Lager“, nach wie vor gedeiht. Der freiheitliche Antisemitismus ist demnach kein Beiwerk der Agitation, sondern in die Programmatik – und hier vor allem im Bekenntnis zur (deutschen) Volksgemeinschaft – eingeschrieben. Mit ihren demonstrativen Bekenntnissen zu Israel und seiner Sicherheit versucht die FPÖ seit 2010, von dieser Tatsache und den zahllosen antisemitischen „Einzelfällen“ abzulenken. Leider mit Erfolg, viel zu Wenige sind heute noch bereit und fähig, den – oft auch codierten – Antisemitismus aus den Reihen der Freiheitlichen zu erkennen und als das zu bezeichnen, was er ist – ein Skandal, der durch eine etwaige Regierungsbeteiligung dieser Partei noch vergrößert wird.

Das Thema von Karin STÖGNER ist: Dafür umso offener – der Antifeminismus in der FPÖ

Eine Ideologie kommt selten allein, und das trifft auf die FPÖ in besonderem Maße zu. Anknüpfend an Heribert SCHIEDELS Ausführungen über den Antisemitismus wird Karin STÖGNER auf den Antifeminismus in der FPÖ eingehen und dabei die zentrale Rolle herausarbeiten, die diese Ideologie für die Aufrechterhaltung der „nationalen Gemeinschaft“ und der einheitlichen und eindeutigen kulturellen Identität spielt. Traditionelle Geschlechterbilder, insbesondere die Rolle der Frau als Mutter, werden von der FPÖ strategisch in Stellung gebracht, um Emanzipationsbestrebungen, Feminismus und sexuelle Befreiung als „Gender-Wahnsinn“ zu dämonisieren, deren Ziel nichts anderes als die Auflösung der nationalen Identität sei. Mit solchem Verschwörungspotential versehen, übernimmt der Antigenderismus eine spezifische Funktion in der rechten Ideologie und erweist sich als systemverwandt mit dem Antisemitismus. In dem Vortrag wird es auch darum gehen, das Verhältnis von Antifeminismus, Nationalismus und Antisemitismus in der FPÖ nachzuzeichnen.

Karin STÖGNER, Soziologin und Historikerin, lehrt und forscht an der Universität Wien und ab Oktober 2017 an der Hebrew University of Jerusalem.

Heribert SCHIEDEL und Karin STÖGNER sind Co-Autor_innen des Bandes „AfD und FPÖ. Antisemitismus, völkischer Nationalismus und Geschlechterbilder“, hg. von Stephan GRIGAT (Nomos 2017)

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Donnerstag, 21. September 2017, 19.00

Justizpalast Wien, Schmerlingplatz 10, 1010 Wien

HELLWACH. Die lange Nacht für ein Ende der Gewalt an Frauen.
Kundgebung zum Internationalen Tag des Friedens:
Am 21. September findet jährlich weltweit der Internationale Tag des Friedens statt. Gewaltfrei und in Frieden zu leben ist ein Menschenrecht. Das nehmen das internationale Netzwerk WAVE – Women against violence Europe – in Kooperation mit dem Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) zum Anlass für eine große Kundgebung vor dem Justizpalast (Schmerlingplatz) in Wien.
Ziel von HELLWACH ist es, einmal mehr sichtbar, zahlreich und entschieden gegen Gewalt an Frauen und Kindern und für ein Leben in Frieden für alle Menschen aufzutreten. Wir fordern einen Ausbau der Frauenhausplätze und der opferschutzorientierten Täterarbeit in ganz Österreich sowie eine massive Erhöhung des Budgets für Gewaltprävention. Wir wollen die Politik aufrütteln, die Situation von hochrisikogefährdeten Frauen und Kindern und deren Schutz vor wiederholter Gewalt zu verbessern.
Vorläufiges Programm:
19.00-20.00 Uhr: Statements gegen Gewalt an Frauen und Kindern und für den Frieden
Teilnehmende Friedens- und Frauenorganisationen:
Amnesty International Netzwerk Frauenrechte, Österreichischer Frauenring, Friedensbüro Graz, Grazer Frauenrat, Frauen* beraten Frauen*, Demokratiezentrum Wien, Homosexuellen-Initiative HOSI Wien, The International Planned Parenthood Federation European Network, Frauen*volksbegehren 2.0
20.00-22.00 Uhr: Lesung: Gewalterfahrungsberichte betroffener Frauen
Teilnehmende LeserInnen:
Schauspielerin Andrea Eckert, Schauspielerin Topsy Küppers, Schauspielerin Nina Proll (angefragt), Schauspieler Cornelius Obonya (angefragt), Sängerin und Moderatorin Birgit Denk, Schauspielerin und Autorin Elke Hagen, Autorin Karin Pfolz, Poetry-Slammerin Giga Ritsch, Autorin Gertraud Klemm
Musikalische Begleitung: Singer-Songwriterinnen Maria Stern und Laura Rafetseder, Tenorsänger Laszlo Maleczky, Saxophonistin Silke Gert
Projektionen: Starsky
Kunstobjekt: Leuchttafel HELLWACH von Künstlerin Angela Zwettler
Moderation: Ani Gülgün-Mayr, ORF III

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  1. September 2017, 18.30

VHS-Ottakring, Ludo Hartmann-Platz 7, 1160 Wien, Mittlerer Saal

(Rechts-)Freie Räume für Frauen

Eine Veranstaltung des Vereins österreichischer Juristinnen. Zum Thema:

„Wo patriarchale Machtverhältnisse spürbar und feministische Strategien notwendig werden“ werden wir mit einem hochkarätig besetzten Podium – Staatssekretärin Mag.a Muna Duzdar, Netzexpertin Mag.a Ingrid Brodnig, Juristin und Organisationsberaterin Lic.iur. Zita Küng, Rechtsanwältin Mag.a Barbara Steiner und Politikwissenschaftlerin Mag.a Beatrix Beneder – die Frage diskutieren, welche feministischen (rechtlichen?) Strategien notwendig sind, damit Frauen sich in öffentlichen Räumen, ob online oder auf der Straße, frei bewegen können.

Moderiert wird die Diskussion von Mag.a Eva Pentz (juridikum – Zeitschrift für Kritik, Recht, Gesellschaft).

Ende: 20.00 mit anschließendem Umtrunk und Häppchen bis 21.30 Uhr

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Donnerstag, 5. Oktober bis Sonntag, 8. Oktober 2017

Ankerbrotfabrik, Absberggasse 27, 1100 Wien

European Lesbian Conference

Background story:

During the 2016 annual ILGA Europe Conference held in Cyprus, a specific lesbian* workshop took place for the first time in years. More than 70 lesbian* activists from all over Europe had the opportunity to come together and realize that, despite differences in political, legal and financial status within the European lesbian* movements, there is a common and urgent need to focus on lesbians* needs, struggles and oppression, to empower and to increase our visibility and broaden networks.

For the past five decades, outstanding lesbian* activists have dedicated a great deal of their energy to struggles indirectly related to their own needs and thus contributed to social change. Whereas all minorities included in the LGBTI community have managed to gather and structure their own forums, councils, and meetings in addition to the general LGBTI organizations in Europe, this has not been the case for lesbians*. European lesbians* lack the fundamental structures, tools and mechanisms to fight lesbophobia, sexism, misogyny, transphobia and interphobia, racism and all other types of discrimination experienced daily by members of the community.

This conference is the first step in the long-expected and needed construction of a strong lesbian* movement in Europe that will bring together a diverse team in the organizing committee by making it as inclusive and representative as possible. The conference will offer a platform for the empowerment of lesbian* communities, will open discussion on the needs and struggles, the successes and achievements, will create space for the lesbian culture and the history of lesbian activism and with all of that it will set a foundation for building of a strong lesbian* movement in Europe.

Details zum Programm siehe hier: https://europeanlesbianconference.org/program/

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Freitag, 6. + Samstag, 7. Oktober 2017, 19.00

KULTURCAFE 7*STERN, Siebensterngasse 31, 1070 Wien

„DAS FEST“

NACH TEXTEN VON ELFRIEDE GERSTL AUS DEM ZYKLUS „NEBENEINANDER ABSEITS.

Nebeneinander abseits. stützt sich auf mehrere Textquellen aus drei unterschiedlichen Lebensphasen der Dichterin: den poetische Kurzroman Spielräume (erschienen 1977), die Postkartensammlung LOGO(S) (2004), das Langgedicht KLEIDERFLUG oder lost clothes (1995) sowie ausgewählte Gedichte. Das Projekt ist eine Kooperation mit dem Café KORB, das Elfriede Gerstl – gleich nebenan wohnend und hier fast täglich viel Zeit verbringend – als ihr zweites Wohnzimmer empfand, wo sie Freunde traf, diskutierte, Zeitung las, frühstückte und schrieb. Die ausgewählten Texte stellen das Verhältnis von Schreiben, Sammeln, Körper, Haut, Haus und Flucht in den Mittelpunkt und eröffnen die Debatte über Möglichkeiten und Grenzen demokratischer Freiheiten, Fluchterfahrungen und künstlerischer Diskurse vor dem Hintergrund patriarchal-ideologischer Postulate. Die Zitate von ELFRIEDE JELINEK, Gerstls bester Freundin, stammen aus dem ästhetisch-programmatischen Text „Ich möchte seicht sein“ (1983), einer radikalen Abrechnung mit dem traditionellen Theaterbegriff, ergänzt von Ausschnitten aus dem Film „Elfriede und Elfriede“ (2003).

„Das Fest“ basiert auf dem poetisch-experimentellen Kurzroman Spielräume, in dem Gerstl satirisch-kritisch ihre Exilzeit der 60er Jahre in West-Berlin unter die Lupe nimmt. Weit davon entfernt, sich von den emanzipatorischen Errungenschaften der 68er Bewegung zu distanzieren, ohne die unsere Welt um einiges ärmer wäre, gilt ihre feministische Kritik der linken Orthodoxie, die ob ihres Patriarchalismus, Intellektualismus und ihrer Praxisferne in den Ver/Ruf des Scheiterns gekommen ist. Das „Fest“ kommt als exzentrische Cocktailparty daher – ein Sinnbild sinnentleerter Gesellschaftsrituale –, die zur philosophisch-choreographischen Reflexion über „Fremd-Sein“ und Ausgrenzung mutiert. Erkennbar wird der (klein)bürgerliche Charakter sich radikal gebärdender AvantgardistInnen, die sich am Ende im Großstadtdschungel und einer wachsenden Einsamkeit verlieren. Gerstls Montage aus Lyrik, Essay, Erinnerungsbildern und Aphorismen umkreist dieses rastlose Milieu selbsternannter Weltenbummler und Verbesserer, das selbst weite Teile zeitgenössischer Basisbewegungen kennzeichnt, sofern sie ihre Ghettos nicht verlassen.

Eintritt freie Spende (Richtwert € 18.-/ermäßigt € 12)

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Donnerstag, 12. Oktober 2017, 17.00

Konferenzraum (A 222), Institut für Politikwissenschaft (NIG, 2. Stock), Universitätsstraße 7, 1010 Wien

_**Feministische Wissenschaftskritik in der Schule. Vorstellung des Projekts Critical Science Literacy**

Vortrag von Rosa und Costa und Iris Mendel mit anschließender Diskussion

Wissenschaft trägt zentral zur Aufrechterhaltung, aber auch zur Herausforderung von Herrschaftsverhältnissen bei. Ein kritischer Umgang mit wissenschaftlichem Wissen ist nicht zuletzt in vermeintlich postfaktischen Zeiten ein wesentlicher Bestandteil von politischer Bildung. Im Rahmen des Projekts „Critical Science Literacy“ ging es darum, Konzepte und Methoden zu entwickeln, um mit Schüler_innen einen kritischen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen zu erarbeiten. Dabei wurde auf Einsichten der feministischen Wissenschaftskritik und einer kritischen Pädagogik zurückgegriffen. Da wissenschaftliches Wissen über den Menschen und über Geschlechter eine zentrale Rolle bei der Regierung von Subjekten spielt, wurde insbesondere Geschlechterwissen in Frage gestellt. Einige Ergebnisse dieses Projekts, die nicht zuletzt in eine Sammlung von Lehrmaterialien eingehen, sollen im Rahmen des Vortrags vorgestellt und diskutiert werden.

Weitere Infos:

https://politikwissenschaft.univie.ac.at/details/news/feministische-kritik-vermitteln/

 


Also: Frauen, auf in die Kinos!

Hope to see you @Volksstimmefest, @Gusshausstraße and @KosmosTheater und, vielleicht, im Kino!

Mit kampfesmutigen / -freudigen Sommergrüßen,

Hilde