Mumia Abu-Jamal
- Von: "Kurt Lhotzky" <
k_lhotzky@yahoo.de
>
- Datum: Freitag, 18. Mai 2007 20:23
-
- Bericht
von der Kundgebung
- "Freiheit
für
- Mumia
Abu-Jamal"
- am
16. 5.
- vor
der US-Botschaft
-
- über
>richtige< Soliarbeit für Mumia Abu-Jamal
-
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- Auf Initiative der GRA
- und der revolutionär-sozialistischen
Jugendgruppe BARRIKADE
- fanden sich am Mittwoch, 16. 5. 2007
an die 25 Genossinnen und
- Genossen vor der US-Botschaft im 9.
Wiener Gemeindebezirk ein, um für
- die Freilassung des seit fast einem
Vierteljahrhundert schuldlos in
- der Todeszelle einsitzenden schwarzen
radikalen Aktivisten Mumia
- Abu-Jamal zu protestieren.
-
-
- Hintergrund war die für
- den 17. Mai angesetzte Verhandlung vor
dem 3. Berufungsgericht in
- Philadelphia, in der maßgeblich über
das Schicksal Mumias
- entschieden werden sollte.
-
-
- Die Verhandlung wurde
- unterbrochen, mit einem Spruch ist
erst in rund zwei Monaten zu
- rechnen.
-
-
- An der Aktion beteiligten
- sich neben den GenossInnen der
Fraktion für die Rettung der GRA,
- der GRA und der
revolutionär-sozialistischen Jugendgruppe
- Barrikade auch GenossInnen der
Komak-ML, der SLP, der Plattform für
- demokratische und kämpferische
Gewerkschaften, der
- Kommunistischen Intitative und
Unorganisierte. Mitglieder des Wiener
- "Komitees Solidarität mit Mumia
Abu-Jamal" nutzten die
- Gelegenheit, um eine Petition
an einen Vertreter der US-Botschaft zu
- übergeben, in der ein neuer, fairer
Prozess für Mumia
- gefordert wurde eine
Stoßrichtung, die wir ablehnen: Nicht
- nur der Fall Mumia, die gesamte
Geschichte der Zerschlagung der Black
- Panthers und anderer radikaler
Organisationen der Schwarzen in den
- USA zeige, dass es vor den
bürgerlichen Klassengerichten keine
- Fairness geben kann. (siehe
Stellungnahme
v. Karl Fischbacher, Sprecher
- des Wiener Komitees
>Solidarität mit Mumia Abu-Jamal<).
-
- Wir hoffen, dass weltweit
- die zwei Monate genützt werden, um
eine möglichst breite
- Solidaritätsbewegung mit Mumia-Abu
Jamal aufzubauen. Wie die
- politische Achse dieser Solidarität
aussehen sollte, beschreibt
- die im Folgenden abgedruckte
Erklärung des Kollektivs Permanente
- Revolution (CoReP)
-
- Für
- die Freilassung von Mumia Abu-Jamal!
-
-
-
-
- Am
17. Mai wird die
- US-amerikanische
Justiz über den Fall Mumia Abu-Jamal
- entscheiden.
-
- Seit 24 Jahren sieht sich
- dieser Aktivist der Sache der
Schwarzen den Rachegelüsten des
- amerikanischen Staates gegenüber. Er
ist im Gefängnis und
- kann jederzeit hingerichtet werden.
Mumia Abu-Jamal wurde zum Tode
- verurteilt, weil er einen Polizisten
getötet haben soll. Dabei
- handelt es sich um eine Inszenierung
der Polizei von Philadelphia im
- Jahr 1982. Seit fünf Jahren weigern
sich sämtliche
- Bundesgerichte in den USA die
Zeugenaussagen von Arnold Beverly
- entgegenzunehmen. Dieser hat
gestanden, gemeinsam mit einem anderen
- Mann von PolizistInnen, gemeinsam mit
der organisierten Unterwelt,
- angeheuert worden zu sein, um den
Polizisten Faulkner zu ermorden.
-
- Mumia Abu-Jamals
- Verbrechen ist es, Mitglied der Black
Panther Party gewesen zu sein,
- die 1969 durch eine Mischung aus
Unterwanderung, Provokation und Mord
- durch FBI und Polizei zerstört wurde,
und später als
- Journalist weiterhin gegen die
rassistische Unterdrückung
- angekämpft zu haben.
-
- Der Staatsapparat (die
- Regierungsbehörden, die Polizei, die
Geheimdienste, die Armee,
- die Gerichte ...) ist ein Instrument
der organsierten Gewalt der
- kapitalistischen Klasse. Er verteidigt
das Profitsystem gegen jene,
- welche die Reichtümer schaffen, d.h.
die ArbeiterInnen, indem er
- sie unterdrückt, und besonders die
RevolutionärInnen, die
- er bespitzelt, verleumdet, aus ihren
Arbeitsstellen feuert,
- verurteilt, ermordet. Der sogenannte
Krieg gegen den Terrorismus
- dient überall in den
Vereinigten Staaten anderswo - als
- Vorwand, Freiheiten einzuschränken
und Polizeiapparate und
- Geheimdienste aufzurüsten.
-
- Die amerikanische
- ArbeiterInnenklasse, die einen hohen
Anteil an Schwarzen und Latinas
- aufweist, hat die Kraft. die
Freilassung politischer Gefangener wie
- Mumia Abu-Jamal und die Beseitigung
der Todesstrafe durchzusetzen.
- Dazu müsste sie sich gegenüber ihren
KlassenfeindInnen und
- deren Institutionen
zusammenschließen. Bei dieser Aufgabe,
- ebenso wie bei der Verteidigung gegen
Ausbeutung und
- Arbeitslosigkeit, der Beendigung der
Besetzung anderer Länder,
- dürfen die ArbeiterInnen weder
Vertrauen in die Republikanische
- noch in die Demokratische Partei
haben, die lediglich zwei Seiten der
- gleichen ausbeuterischen und
imperialistischen Bourgeoisie sind und
- beide die soziale Sicherheit zu
Gunsten der Reichen und des
- Militärbudgets aushöhlen.
-
-
- Viel zu oft haben die
- Organisationen, die im Namen der
Schwarzen und der ArbeiterInnen
- sprechen zu diesem Unrecht geschwiegen
und, im besten Fall, einen
- neuen Prozess vor jenen juristischen
Institutionen gefordert, die mit
- tausend Fäden an die Polizei, die
bürgerlichen Parteien und
- die kapitalistische Klasse gebunden
sind.
-
-
- Die unmittelbare
- Verantwortung aller dieser
Organisationene, im besonderen der
- Gewerkschaften und gewerkschaftlicher
Bündnisse (AFL-CIO, CtW,
- Unite-Here...), deren elementare
Aufgabe die Herstellung der Einheit
- der ArbeiterInnen unabhängig von
Ausbildung, Alter, Geschlecht
- und Rasse, muss es daher sein, die
sofortige Freilassung von
- Abu-Jamal zu fordern.
-
- April 2007
-
-
- Kollektiv Permanente
- Revolution
-
- Kurt Lhotzky
- Am Holzplatz 16
- A-2301 Groß-Enzersdorf
-
- Tel.: +43 6991 585 16 68
- mail: k_lhotzky@yahoo.de
oder kurt.lhotzky@yahoo.de
- zur
Kritik im GRA/Barrikade-Kundgebungsbericht
- an
der Petition des Komitees an die US-Botschaft am
16.5.2007
-
Antwort v.
P.Mazurka auf K.Fischbachers Stellungnahme siehe weiter unten
- Trotz
aller Meinungsverschiedenheiten
- gemeinsam
für die
- Freiheit
von Mumia Abu-Jamal
Eine Delegation des Wiener Komitees
>Solidarität mit Mumia Abu-Jamal< nahm am 16.Mai 2007 an
der GRA/Barricade-Kundgebung >Freiheit für Mumia
Abu-Jamal< vor der US-Botschaft teil. Es war erwartungsgemäß
eine kleine Kundgebung von rund 15 Personen. Ich hatte in den
Vorbesprechungen eine Kundgebung auf der Mariahilfer-Straße
vorgeschlagen, wo 15 AktivistInnen sicherlich einige hundert
Flugblätter unters uninformierte >Volk< bringen
hätte können. Nachher, so mein Vorschlag, hätten wir dieses
Mal zum Außenministerium am Ballhausplatz gehen können, um
einmal von dort (vom Staat, der gegen die Todesstrafe ist) eine
Petition für das Leben von Mumia Abu-Jamal nach Amerika schicken
zu lassen. Solche Petitionsbriefe entwickeln generell keinen
großen Druck auf die US-Behörden jedenfalls nicht
weniger Druck als eine kleine Kundgebung in der Boltzmanngasse
(wo wir nicht einmal PassantInnen, sondern nur uns selber
ansprechen konnten).
Nachdem nun GRA/Barrikade auf meine Vorschläge
nicht eingegangen waren, entschied sich das Komitee, eben wieder
einmal seine Petition (wie schon bei allen früheren Anlässen)
bei der US-Botschaft abzuliefern.
Die Komitee-VertreterInnen von
Amnesty-International, von der Zeitschrift >mitbestimmung<
und von LabourNet-Austria übergaben schließlich an
VertreterInnen der US-Botschaft (über das Gitter hinweg) eine
Petition. Darinnen wurden die drei Argumente der Verteidigung von
Mumia Abu-Jamal für die mündliche Gerichtsanhörung in
Philadelphia am 17.5.07 angeführt und mit der Hoffnung
verbunden, dass die Wiener US-Botschaft dieses Dokument an die
Justizbehörden in Pennsylvania und Washington weiter geben und
auch ihre Einflussmöglichkeiten für einen "fairen
Prozess" geltend machen sollte (siehe Petition).
Ein GRA-Vertreter vertrat schon in der
vorbereitenden Diskussion, dass eine Petitionsübergabe beim
Außenministerium "reformistisch-illusionär" sei - was
offenbar bei der US-Botschaft nicht der Fall gewesen
wäre. Verstehe wer kann! Schließlich wurde auf der
Abendveranstaltung der GRA/Barrikade und nun im Bericht auch die
Komitee-Petition kritisiert, weil dort ein "fairer
Prozess" für Mumia Abu-Jamal gefordert wurde. GRA/Barrikade
sind für die "Freilassung" von Mumia Abu-Jamal und
hielten es für den 17.Mai 2007(!) (und halten) es für
illusionär, von bürgerlichen Klassengerichten
"Fairness" zu fordern.
In der Frage "fairer Prozess" oder
Freiheit für Mumia Abu-Jamal ist seltsamer Weise ebenso die
internationale Mumia-Solidaritätsbewegung zerstritten, obwohl es
eigentlich ganz logisch sein müsste, dass auf der einen Seite
zwar die Freiheit unseres Genossen Mumia Abu-Jamal die zentrale
Forderung der gesamten Bewegung sein sollte. Sein Schicksal im
US-amerikanischen rassistischen Polizei- & Justizapparat
zeigt unmissverständlich die ungeheure Unfairness im gesamten
Gerichtsprozedere im >Fall< Mumia Abu-Jamal auf!
Doch auf der anderen Seite ging es darum, dass
sich große Organisationen wie Amnesty-International in ihrer
Solidarität mit Mumia Abu-Jamal prinzipiell auf einen fairen
Prozess beschränken und dass etliche bürgerliche Formationen
wie das EU-Parlament ebenso auf dieser Linie liegen. Das betrifft
die Frage der praktischen Solidaritätsarbeit, dass zwar niemand
daran gehindert wird, im eigenen Namen klassenkämpferische
Forderungen für die Freiheit Mumia Abu-Jamals aufzustellen bzw.
die strukturelle Unfairness der bürgerlichen Klassenjustiz
aufzuzeigen. Etwas anderes ist es jedoch in einer Aktionseinheit,
in der es neben Kundgebungen und Demos auch darum geht, mit
Promis bzw. an bürgerliche Großformationen herantretend,
internationalen Druck auf (US-)Behörden zu entwickeln. Wir in
Wien (damals noch mit linken AktivistInnen von der Komak, SLP,
KPÖ, Prison Watch u.a.) waren jedenfalls bereit, den
Komiteenamen von "Freiheit für ..." auf "Solidarität
mit Mumia Abu-Jamal" umzuändern, um
Amnesty-International >ins Boot< zu ziehen.
Das ist die eine >praktische< Sache in
der Komiteearbeit. Die andere grundsätzlichere betrifft
allerdings den irrealen >Radikalismus< in der Linken, die
die simple Fragestellung nicht verstehen, so wie sie sich gerade
um den 17. Mai 2007 gestellt hatte: Drei Richter entschieden
über drei Fragen über das Leben unseres Genossen Mumia
Abu-Jamal: a) über seine Hinrichtung b) eine lebenslange Strafe,
gegen die de facto nicht mehr zu berufen gewesen wäre(was für
uns ebenso völlig unakzeptabel ist) c) ein neuer Prozess. Robert
R. Bryan (Hauptverteidiger von Mumia Abu-Jamal), 22.3.07: "In
diesem Fall geht es um Herrn Abu-Jamals Recht auf einen fairen
Prozess, den Kampf gegen die Todesstrafe und die politische
Repression eines unliebsamen Journalisten. Rassismus und
politische Erwägungen haben diesen Fall seit Abu-Jamals
Verhaftung 1981 bestimmt."
Wir waren auch am 17.Mai 2007 nicht stark
genug, Mumia aus der Todeszelle zu befreien und so ging es an
diesem Tag daher einzig und allein darum, einen neuen Prozess zu
erzwingen! Robert. R. Bryan verlangt von diesem neuen Prozess,
dass er "fair" sein muss, denn in Mumias
"Fall" kommen alle Facetten der Unfairness des
amerikanischen Justizwesens zusammen, wie Michael Schiffmann auf
der Pressekonferenz am 10.Oktober 2006 auf der Pressekonferenz
resümiert hatte. "Fairness" hätte am 17.Mai 2007 ganz
konkret bedeutet, was Gregor Müllsch, Organisator der Mumia-Demo
in Berlin am 17.5.2007, optimistisch gestimmt hatte, "daß
ein neues Verfahren aufgrund der Beweislage mit einem Freispruch
für den Journalisten enden muss". "Fair"
wäre ein solcher Prozess dann (endlich) allemal gewesen!
Trotz aller Meinungsverschiedenheiten müssen
wir nun erst recht nach dem 17.Mai 2007 weiter aktiv bleiben. Und
das heißt von Österreich aus vor allem (ohne weiteres getrennt)
zu publizieren, aber geeint zu demonstrieren, Kundgebungen
durchzuführen und den Druck auf die US-Behörden zu erhöhen:
Für einen neuen fairen Prozess für die Freiheit von Mumia
Abu-Jamal!
Wien, 20.5.07
Karl Fischbacher
- Von: "Paul Mazurka"
(................................)
- Datum: Sonntag, 27. Mai 2007 21:54
-
- Lieber Karl Fischbacher -
-
- die Diskussion, die Du in
- Deiner "Stellungnahme"
anreißt, ist keine neue. Sie ist
- auch kein österreichisches
Spezifikum, sondern sie zieht sich
- spätestens seit Ende der 90er Jahre
durch die internationale
- Solidaritätsbewegung.
-
- Zunächst möchte
- ich aber ein paar Fakten klären: Ich
glaube wir stimmen darin
- überein, dass es ohne die Initiative
von GRA und
- revolutionär-sozialistischer
Jugendgruppe BARRIKADE wohl
- überhaupt keine öffentliche Aktion
in Wien zum 17. Mai
- gegeben hätte. Uns war auch klar,
dass wir auf Grund des
- minimalen Einflusses der radikalen
Organisationen der
- ArbeiterInnenbewegung in Österreich
kaum die Chance zu einer
- größeren Mobilisierung haben würden
trotzdem
- schien es uns als
internationalistische Pflicht, zumindest symbolisch
- für die Freilassung Mumia-Abu Jamals
und gegen die rassistische
- Todesstrafe aufzutreten. In diesem
Sinn war die Nennung der
- teilnehmenden GenossInnen bzw. ihrer
Organisationszugehörigkeiten
- als Dank zu verstehen, trotz aller
Widrigkeiten für Mumia zu
- demonstrieren.
-
- Genau aus diesem Grund
- habe ich Dich auch vor dem 1. Mai
kontaktiert, weil ich Dein
- langjähriges Engagement für Mumia
Abu-Jamal kenne. Auch
- wenn ich die politische Stoßrichtung
falsch finde, die Du bzw.
- das Komitee verfolgst, sehe ich keinen
Grund, eine Aktionseinheit zu
- meiden oder zu hintertreiben.
-
- Euer Komitee war auch für
- den 16. bzw. 17. Mai auf eine Petition
(zu deutsch: Bittschrift)
- hinorientiert. Im Sinne der Linie, die
Solidaritätsbewegung
- "nach rechts" zu erweitern,
habt ihr ja vor einigen Jahren den
- Komiteenamen bewusst von "Komitee
für die Freilassung von
- Mumia Abu-Jamal" in "Komitee
zur Solidarität mit Mumia
- Abu-Jamal" geändert. Damit ist
für Euch die Forderung
- nach einem neuen "fairen"
Prozess in den Mittelpunkt der
- Agitation gerückt.
-
- Genau darin sehen wir den
- gravierenden Unterschied zwischen
unseren beiden Linien, die
- letztlich unterschiedliche
Klassenlinien sind. Wer glaubt, die
- Freilassung von Mumia Abu-Jamal durch
einen neuen fairen Prozess
- erreichen zu können, sät die
Illusion (oder hat sie
- selbst?), dass ein radikaler Aktivist
der schwarzen Bewegung in den
- USA, an dem primär wegen seines
Engagements in der Black Panther
- Party und für MOVE ein Exempel
statuiert wurde, in den USA
- überhaupt die Chance auf einen fairen
Prozess haben kann.
-
- Diese Forderung war schon
- in den 90er Jahren des vorigen
Jahrhunderts illusorisch. Im Zeitalter
- des "Krieges gegen den
Terrorismus", des US-PATRIOT-Act, der
- weltweiten Verschleppung von
angeblichen "TerroristInnen", der
- Schaffung eines
Heimatschutzministeriums in den USA... ist diese
- Hoffnung noch unverständlicher.
-
- Wenn man sich vor Augen
- hält, dass in der Anhörung am 17.
Mai lediglich drei
- Beschwerden aus einem wesentlich
umfangreicheren Einspruchskatalog
- behandelt werden sollten sieht man,
dass es hier nicht darum geht,
- einen einmaligen
"Ausrutscher" von ein paar rassistischen
- Rednecks in Richterroben zu sanieren,
sondern dass ein durch und
- durch rassistisches System der
Rassenjustiz nunmehr versuchen wird,
- den "Fall" Mumia zu einem
Ende zu bringen.
-
- Das ist der Grund, warum
- wir bei Protestkundgebungen die
Freilassung von Mumia Abu-Jamal
- fordern, warum wir aber keinesfalls
gewillt sind, an den
- bürgerlichen Staat der
imperialistischen US-Bourgeoisie zu
- "appellieren", doch bitte ja
fair zu Mumia zu sein er will es
- und er kann es nicht sein.
-
- Aus diesem Grund haben
- wir auch Deinen Vorschlag abgelehnt,
eine Kundgebung am Ballhausplatz
- zu veranstalten und über den Umweg
einer anderen bürgerlichen
- Regierung (nämlich der
österreichischen) "Druck" auf
- die amerikanische Justiz auszuüben.
-
-
- Kurz gesagt: Unser Ziel
- ist es nicht, den geeigneten Rahmen
für die Übergabe von
- Bittschriften aufzubauen, Ziel muss es
vielmehr sein, den Fall Mumia
- Abu-Jamal in die Reihen der
ArbeiterInnenorganisationen
- hineinzutragen und dort Unterstützung
zu finden. Dass das mühsam
- ist und langsam vorangeht ist uns
klar. Aber es ist der einzige Weg,
- um eine wirklich effektive
Solidaritätsarbeit zu machen (wie der
- Kampf für die Freilassung von
Geronimo Pratt gezeigt hat).
-
- Und, seien wir mal
- ehrlich wenn Du Dich über den
"irrealen Radikalismus"
- der radikalen Linken lustig machst
übersiehst Du wohl, dass
- diese "irreal radikale"
Linke wenigstens im Rahmen ihrer
- bescheidenen Kräfte versucht,
Menschen aufzurütteln und zur
- Solidarität aufzurufen
ähnliche Aktivitäten der
- "großen Organisationen" wie
"amnesty international"
- sind uns, zumimndestens hier in Wien,
bisher nicht aufgefallen. Aber
- vielleicht verkehren wir auch einfach
nur in den falschen Kreisen...
-
-
- Diese politischen Differenzen
- werden uns aber wohl kaum daran
hindern, auch in Zukunft in der
- Solidaritätsarbeit punktuell
zusammenzuarbeiten.
-
-
- Mit rev. Gruß,
- Paul Mazurka
- Kontakt-
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