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Nieder mit den Grünen, den Sozialdemokraten, dem KSV

Datum: Mittwoch, 25. Jänner 2012 21:32

 

 

               Nieder mit den Grünen, den Sozialdemokraten

                         und dem Pseudo-KSV!

 

 

Kindergärten auf universitärem Gelände sind in den Siebzigerjahren erkämpft worden – als  die Praxis der teilweise schon frustrierten revolutionären Jugend schließlich im pädagogischen Bereich ein konkretes Betätigungsfeld fand. Cohn-Bendit , damals ein autoritär- antiautoritärer Anarchist (er blieb es nicht lange) , war Uni-Kindergärtner in Frankfurt; und solche Bereiche stellen manchmal für die ghettoisierten Studis eine erste Berührung mit der Welt der Lohnarbeit dar.

 

Es ist auch naheliegend, daß häufig, wenn überhaupt, in Österreich in Dienstleistungsbereichen, wo prekäres Personal vorhanden ist, das, versumpft,  aus der Universität schon halb abgegangen ist,  halb noch „dazu“ gehört, gestreikt wird. Da die klassische Arbeiterbewegung in Österreich tot ist, die Arbeiter und Arbeiterinnen stumm und ohne Organisation und Selbstbewußtsein und die bornierten Studierenden am allerwenigsten zu „Arbeitern“ Kontakt haben – weil sie sich aus ihrer ekligen Kaste nicht mehr herausbewegen können - , verbleiben die partiell mit Studis bestückten Dienstleistungsbetriebe als die einzigen leichter faßlichen Solidarisierungsmöglichkeiten, die dem beschränkten Horizont der studentischen Monaden zugänglich sind.

 

Daher sollten sie wenigstens in solchen Fällen auch mobilisieren, mitmobilisieren.

 

Wie war es denn bei der Veloce-G´schicht? Da war Präsenz auf der Straße, und zwar ohne die vergiftende Abwiegelei der gelben Gewerkschaften. Bei Telering – wo das sich haltende Personal vielleicht noch übler war als die Leitung (das kann man mit Radio Orange vergleichen) ist die Sache den Bach hinuntergegangen.

 

Die parteienabhängige ÖH, die sich links nennt -  obwohl doch Parteienabhängigkeit und Parteienbestimmtheit das gerade Gegenteil von Links sind! -  macht sich jetzt daran, den Betriebskindergarten zu liquidieren, und es sind schon „Gespräche“ – die wohl in faule Tricks münden werden – anberaumt, an denen noch dazu der neue Rektor teilnimmt, der von sozialen Emanzipationsprozessen so viel Ahnung hat wie ein Mathematiker von der Orientalistik.

 

Auf den homma gwoat.

 

Man sollte sich doch ein bißchen deutlicher vorstellen, was für eine politische Provokation eigentlich die Liquidierung einer Kinderbetreuungsstätte ausgerechnet an diesem sterilen und anonymen Campus darstellt, der vor Kommerz nur so platzt und der, im Gegensatz zu den etwa in Deutschland seit Jahrzehnten fest etablierten studentischen Selbstverwaltungsbereichen, nicht den geringsten Raum für selbstorganisierte Initiativen läßt, nicht den geringsten Raum für studentische Selbstverwaltung. Der „Campus“, wenn man das Campus nennen kann,  soll noch steriler werden, und die Biermilionäre, Billa und ein Plätscherradio sollen alles beherrschen.

 

Die Botschaft der grün-sozialdemokratischen ÖH lautet: Weg mit allem, was nicht stromlinienförmig an uns angepaßt ist. Die geheime Botschaft der grün-roten Burschen- und Mädchenschaftler lautet: Noch mehr UnternehmerInnen am Campus, sie lautet: Geld, Geld, Geld, sie lautet: Schweig, verschwind, wir sind an der Macht! Wir sind ja auch in der Stadtregierung an der Macht, also bitte.

 

Eine zusätzliche Motivation habe ich kürzlich gehört. Da auch Kommunisten und Kommunistinnen unter den Betreuern und Betreuerinnen sind, sei hier wieder ein alter antikommunistischer Impuls, eine alte Rancune der bürgerlichen Ordnungspartei zum Tragen gekommen, der sich – stellvertretend - gegen eine bestimmte (kommunistische) Gruppe gerichtet habe, die da involviert ist.

 

Ich halte dies – wenn man die bewegungsfeindliche, wenn man die besetzungsfeindliche Haltung der ÖH Uni Wien ins Auge faßt -  gar nicht für sehr abwegig, und es müßte genau recherchiert werden, wie sich diese Rancune in den vergangenen Jahren und zu welchem Zeitpunkt wem gegenüber geäußert hat.

 

Haß und Vorurteile gegen Anarchisten und Haß und  Vorurteile gegen Kommunisten hielten sich während der Audimaxbesetzung die Waage. Da wird dann einfacherweise die Formel „dogmatische Zirkel“ und Ähnliches gebraucht.

 

So haben wir hier den einen Teil des Doppelphänomens Antianarchismus und Antikommunismus vor uns.

 

Sie treten immer häufiger gemeinsam auf, und die Anarchisten müssen sich darüber klar werden, daß mit „Antikommunisten“ immer auch sie selbst gemeint sind, denn die aalglatte, zeigeistige, jungbürgerliche Bestie wird, wenn es hart auf hart geht, Anarchisten wie Kommunisten gleichermaßen stigmatisieren und kriminalisieren. Das hat schon in der GRUWI vor 15 Jahren begonnen. Das übelste Beispiel war auf internationaler Ebene in letzter Zeit der Athener Bürgermeister, der die Syntagma—Zelte räumen ließ. Er war bei seiner Wahl von den Grünen unterstützt worden. Wie systematisch die Rolle der Grünen europaweit! Cohn-Bendit ihr Boss.

 

Antianarchismus und Antikommunismus sind genauso zu verurteilen wie Antisemitismus und Sexismus. Sie gehören in diese Auschließungskategorie eingereiht. Sonst hat die inkomplette Serie keinen Wert. Anarchisten, die sich als Antikommunisten verstehen, gehören in die Kategorien der Grünen – und finden dort auch leichter einen Job.

 

Otto Bruckner, AK-Rat in Wien und von der KOMintern, skizziert das ÖH-Desaster in einem Aufruf mit folgenden Worten:

 

„Ich möchte euch auf eine sehr unerfreuliche Sache aufmerksam machen: Der "Verein Studentkindergarten" (richtig: „Verein StudentInnenkinder“ (AuO)) am Campus der Uni Wien, ein in Elternselbstverwaltung geführter, alternativer Kindergarten mit Modellcharakter, wird von der rot-grünen Wiener ÖH-Führung mit der Schließung bedroht (die ÖH ist der größte Subventionsgeber).

 

Es geht um 11 Arbeits- und 67 Kindergartenplätze, aber nicht nur das: es geht auch darum, ob das Modell eines selbstverwalteten, die soziale Intelligenz der Kinder fördernden Kindergartens weitergeführt werden kann oder nicht. Ich bitte euch um Unterstützung für den Kindergarten und seine Beschäftigten.“

 

In einem beigefügten Solidaritätssschreiben, das an die Betriebsratsvorsitzende Karin Wilflingseder (von der Linkswende) gerichtet ist, heißt es, ein wenig diplomatisch:

 

„Es wäre traurig, wenn ausgerechnet eine rot-grüne ÖH-Vertretung eine solche Einrichtung als überholt ansähe und sich  - wie ich höre – auch gegen die bewährte Elternselbstverwaltung ausspricht. Ihr könnt sicher sein, daß viele gewerkschaftlich, pädagogisch und politisch interessierte Menschen euch im Kampf um den Erhalt eurer Arbeitsplätze und eures Kindergartens unterstützen werden.

 

Mit solidarischen Grüßen …

 

Ergeht zur Information auch an:

ÖH an der Universität Wien

oeh@oeh.univie.ac.at,

 

Rektorat der Universität Wien

infrastruktur.rektorat@univie.ac.at

 

Also ganz für den Hugo san de „dogmatischen“ Kräfte doch nicht! Jetzt wird sich zeigen, wer sich einsetzt, und nicht , wie sein Lärvchen, sein Mäntelchen aussieht.

 

Aber die Grünen: Die sind ihr eigener Totengräber, sind ihre eigenen Totengräberinnen. Und das ist vielleicht ganz vernünftig.


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