Jetzt im PAZ Rossauerlände: Gefahr von Suizid vor Abschiebung – Schubhäftling verhandelt um Freiheit und sein Leben

Die Abschiebung heute Nacht nach Afghanistan muss gestoppt werden! Hier nur ein Fall, der zeigt, dass alle Ausweisungen neu geprüft werden müssen. Bei Abdul und vielen anderen, die mit diesem Charter abgeschoben werden sollen, hat die Behörde fatale, möglicherweise tödliche Fehler gemacht!

Jetzt im PAZ Rossauerlände:  Rick Reuther um ca 11:15, 30.5.2017

Abschiebung in nächsten Stunden? Gefahr von Suizid – Schubhäftling verhandelt um Freiheit und sein Leben

„‚Ich befinde mich momentan im Polizeianhaltezentrum Roßauer Lände und habe lange mit Abdul Ghafor Jalalzai gesprochen. Es geht ihm verständlicherweise sehr schlecht. Da sich inzwischen in Kabul herumgesprochen hat, dass sich Abdul Ghafor hier in Österreich intensiv mit dem Christentum auseinandergesetzt hat, wäre eine Abschiebung für ihn mit einem Todesurteil gleichzusetzen. Wegen dieser neu-entstandenen Verfolgungslage haben wir uns jetzt entschlossen, einen neuen Asylantrag zu stellen. In 1 bis 2 Stunden findet daher unsere Einvernahme hier direkt im PAZ statt. Wir haben eine Fülle an Beweisen, u.a. Drohbriefe- und Emails die Abdul Ghafor in den letzten Tagen erhalten hat. Wir haben unserer Meinung nach hier klar asylrelevante Tatbestände, Flucht aufgrund einer persönliche Verfolgung aus religiösen Gründen.

Jetzt ist es aber so, dass rechtlich gesehen, Österreich Abdul Ghafor noch während der Prüfung unseres neues Antrags Heute nach Afghanistan deportieren könnte. Bedingt durch die krasse Gefährdungslage und den daraus enstehenden mentalen Druck muss ich leider davon ausgehen, dass Abdul Ghafor in diesem Fall versuchen wird sich sein Leben zu nehmen. Dies habe ich so auch den Behörden mitgeteilt und um eine Schubhaftentlassung gebten, damit Abdul Ghafor vernünftige medizinische Betreuung erhalten kann, während unser Antrag geprüpft wird. Ob die österreichischen Behörden unserer bescheidenen Bitte nachgeben, oder ob sie Abdul Ghafor in den sicheren Tod schieben – es wird sich in den kommenden Stunden zeigen. Ich hoffe auf Menschlichkeit. Bitte drückt uns die Daumen.‘
https://www.facebook.com/rkrtr/posts/1965295457036489

Update 12:20: „Richterin hat entschieden dass er voerst nicht entlassen wird, niemand kann mir versprechen dass er nicht in der Zwischenzeit abgeschoben wird, fall geht jetzt zum bfa. WIR BRAUCHEN JETZT GANZ GANZ VIEL PRESSE….SHUTTLE ZUM CHARTER SOLL INNERHALB DER NÄCHSTEN HALBEN STUNDEN GEHEN“

Der Fall im Biber

Der 23-jährige Afghane Abdul Ghafor Jalalzai hat im November 2015 erstmals in Österreich um Asyl angesucht und zwei negative Bescheide bekommen. In Afghanistan spricht sich mittlerweile herum, dass Abdul zum Christentum konvertieren wollte. Morgen soll er abgeschoben werden, was für ihn den sicheren Tod bedeuten würde.

#STOPDEPORTATIONS #KABULISNOTSAVE

BIBER Sandro Nicolussi !

http://www.dasbiber.at/blog/abdul-wollte-zum-christentum-konvertieren-nun-soll-er-abgeschoben-werden

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Hintergrund – Bitte um Kenntnisnahme

Deine Hilfe ist gefragt – Was du tun kannst in zwei Schritten:

In der Nacht vom Dienstag, 30.05., auf Mittwoch, 31.05.2017 sollen vom Flughafen Wien aus Geflüchtete per Charterflug nach Afghanistan abgeschoben werden.

Schritt 1: Bitte Petition unterschreiben und weiterleiten !

Schritt 2: Demo Dienstag 30.5. Wien – weiter  unten in dieser Mail

Wir rufen dazu auf, die Petition zu unterschreiben und Dienstag Abend bis Nacht vor das Polizeianhaltezentrum Rossauer Lände zu kommen: www.facebook.com/events/1923907134491220

Schritt 1: Bitte Petition unterschreiben und weiterleiten !

Einer unserer engen Freunde ist in Abschiebungsgefahr: Abdul G. J. soll bleiben!
Abdul wurde gestern in Schubhaft genommen und soll schon morgen Dienstag nach Afghanistan abgeschoben werden!

„Abdul G. J. soll sofort aus der Schubhaft entlassen werden! Er soll in Österreich bleiben dürfen und darf nicht nach Afghanistan abgeschoben werden!
Reasons:
Abdul G. J. hat in Afghanistan gegen die Taliban gekämpft. Jetzt wird er persönlich von den Taliban verfolgt. In Afghanistan ist er nirgendwo mehr sicher. Die Regierung ist weder bereit noch fähig dazu, ihn zu schützen.
Abdul lebt seit eineinhalb Jahren in Österreich. Hier hat er sehr fleißig Deutsch gelernt, er hat sich selbstständig einen Deutschkurs beim Verein Ute Bock organisiert und jetzt A2 abgeschlossen. Seine ehrenamtliche Deutschlehrerin Doris Schneidtinger ist begeistert von seiner Wissbegierigkeit, Höflichkeit, seiner zuvorkommenden Art. Sie ist schockiert, dass ihr Schüler jetzt hier aus dem Leben in Österreich gerissen wird.


Abdul ist unbescholten. Österreich, die Regeln und Gebräuche hier hat er immer respektiert.
Dass Abdul jetzt unmittelbar von der Abschiebung bedroht ist, liegt einzig und allein an der Willkür des Asylsystems. 
Zuerst hat das BFA Wiener Neustadt über seinen Fall entschieden, und dort werden fast alle Asylwerber aus Afghanistan pauschal abgelehnt. Das BVwG hat in Folge geurteilt, Abdul könnte zu seinem Bruder nach Kabul gehen. Doch wie soll sein Bruder Abdul vor den Taliban schützen? Diese sind längst auch in Kabul aktiv, haben alle Institutionen, Polizei, Militär, selbst die Spitäler unterwandert, und verfolgen ihre Feinde. Abdul ist bei seiner Rückkehr in Lebensgefahr. Sollte er zu seinem Bruder zurückkehren, würde er auch diesen in Lebensgefahr bringen.

Wir bitten Sie, Herr Sobotka, diesen jungen Mann nicht in Lebensgefahr zu bringen und ihn nicht abschieben zu lassen!“
https://www.openpetition.eu/petition/online/abdul-g-j-soll-bleiben)

 

Schritt 2: Demo: Keine Abschiebungen nach Afghanistan und anderswo hin! Bleiberecht für alle!

افغانستان ته بیرته استول بند کړئ!

Freund*innen einladen, teilen & dabei sein: www.facebook.com/events/1923907134491220

Zeit: Dienstag, 30. Mai 2017, 18.00 Uhr, bis Mittwoch, 31.05.2017, 02.00 Uhr 

Ort: Vor dem PAZ (Polizeianhalterzentrum), Roßauer Lände 9, 1090 Wien. Aufstellung direkt vor Gebäudeecke des PAZ, Roßauerlände / Ecke Berggasse.

 

Ab 20 Uhr: dreimaliger Demonstrationsszug rund um das Polizeianhalterzentrum über folgenden Zugweg: Rossauer Lände – Grünentorgasse – Hahngasse Berggasse zurück zum Kundgebungsplatz. Jeweils 15 Min. Zwischenkundgebung vor dem Einfahrtstor Rossauer Lände des Polizeianhalterzentrums.

Kritik an der Behauptung, Afghanistan wäre ein „sicheres Herkunftsland.“ Forderung nach Freilassung der in Schubhaft befindlichen und von Abschiebung bedrohten Geflüchteten.

 

„In der Nacht vom Dienstag, 30.05., auf Mittwoch, 31.05.2017 sollen vom Flughafen Wien aus Geflüchtete per Charterflug nach Afghanistan abgeschoben werden. Wir rufen dazu auf, an diesem Abend vor das Polizeianhaltezentrum Rossauer Lände zu kommen.

Die Kundgebung ist angemeldet.

 

Setzen wir gemeinsam ein starkes Signal gegen diese menschenfeindliche und Rassistische Abschiebepolitik! Zeigen wir aktive Solidarität mit denen, die am 30.05. aus der Schubhaft zum Flughafen gebracht werden sollen, sowie mit allen aus Afghanistan Geflüchteten und mit allen Menschen, deren Leben und Freiheit von Abschiebung bedroht ist! Zeigen wir der Republik Österreich: Wir nehmen es nicht hin, wenn ihr Menschen abschiebt!

 

Zur Durchsetzung einer Rassistischen Asylpolitik ist der Staat Österreich bereit, Menschen in ein Kriegsgebiet abzuschieben: Egal, dass Afghanistan als eines der gefährlichsten Länder der Erde gilt. Egal, dass Politiker_innen westlicher Staaten sich selbst nur mit militärischem Geleitschutz dorthin wagen. Egal, dass im Jahr 2016 in Afghanistan eine Rekordzahl von Zivilpersonen getötet wurde.

 

In Afghanistan herrscht seit mittlerweile 40 Jahren Krieg. Die NATO-Staaten beherrschen bis heute das Land als faktische Militärkolonie. Sie haben wesentlich dazu beigetragen, brutale Willkürherrschaft, Warlord- und Mafiaökonomie und Gewalt in allen Lebensbereichen als Dauerzustand zu verfestigen. Die Mehrzahl der Menschen in Afghanistan lebt am Existenzminimum und ohne Zugang zu Erwerbsarbeit. Gewalt und Mord an Frauen und LGBTI-Personen nehmen unter diesen Verhältnissen erschreckend zu. Ein sicheres Leben gibt es in Afghanistan nirgendwo und für keinen. Viele Menschen entscheiden sich, bzw. haben gar keine andere Wahl, als vor solchen Zuständen zu flüchten.

 

Der österreichische, ähnlich wie der deutsche Staat, haben sich von vordergründiger Willkommensrhetorik längst verabschiedet und schieben gnadenlos Menschen, die zu Unerwünschten erklärt werden, überall hin ab, wo es ihnen opportun erscheint. Für Sobotka, Kurz, Doskozil und Co. zählen weder verfassungsmäßige noch menschenrechtliche Mindeststandards bei ihrem Versuch, die FPÖ rechts zu überholen.

 

Kommt am Dienstag, 30.05., alle zum PAZ Rossauer Lände! Seien wir zusammen laut, unübersehbar und solidarisch gegen die Rassistische Abschiebepolitik!

Freiheit für die Menschen, die am 30.05. abgeschoben werden sollen, und für alle anderen Schubhaft-Gefangenen! Für ein lautes NEIN gegen die Charter-Abschiebung nach Afghanistan ebenso wie gegen alle Abschiebungen!

 

Sobotka, Kurz, Doskozil – don’t touch the people! Stand up, resist, stop all deportations!“