Gustl Faschang, 6.9.2017: 7.9.:Dotr,Erinnersteine/9.9.:gg.Identitären-Aufmarsch

Liebe Leute!

+++++++++1) 7.9.:DONNERSTAGSTREFFEN
+++++++++2) 7.9.:ERÖFFNUNG 5 NEUER STATIONEN DER ERINNERUNG IN WIEN-INNENSTADT
+++++++++3) 9.9.: ANTIFA-DEMO: NICHT LANGE FACKELN! NAZIAUFMARSCH VERHINDERN!
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+++++++++1) 7.9.:DONNERSTAGSTREFFEN
Das nächste Donnerstagstreffen findet am 7.9.2017 im Käuzchen (Ecke Neustiftgasse/Gardegasse) ab 19Uhr statt. Es handelt sich dabei wie angekündigt um das verschobene Monatstreffen für den August.
+++++++++2) 7.9.:ERÖFFNUNG 5 NEUER STATIONEN DER ERINNERUNG IN WIEN-INNENSTADT

Donnerstag, 7. September 2017, 15:00 Uhr, 1010 Wien, Desider-Friedmann-Platz
Gemeinsam mit  den Angehörigen, der  Bezirksvorstehung und den Initiator_innen

Im Anschluss an die Eröffnung besuchen wir die Stationen Rotenturmstraße 21, Annagasse 3a, Johannesgasse 18, Grillparzerstraße 11, Werdertorgasse 4.

Mit den Stationen der Erinnerung wird an die Opfer der Nazi-Massenmorde an Jüdinnen und Juden und an ihr Leben erinnert, z.B. durch die Installierung von Gedenktafeln vor deren ehemaligen Wohnhäusern.
+++++++++3) 9.9.: ANTIFA-DEMO: NICHT LANGE FACKELN! NAZIAUFMARSCH VERHINDERN!

Die rechtsextremen „Identitären“ rufen zum Jahrestag der Schlacht am Kahlenberg (die die Heere osmanisch-„türkischer“ gegen die Heere mitteleuropäischer Despoten verloren) zu einem Aufmarsch mit dem Aufruf zum offenbar bewaffneten Kampf für heute auf: „Erinnerung daran ist uns Erbe und Auftrag zugleich. Es liegt heute an uns, Wien, Österreich und damit Europa zu verteidigen. Der Kampf gegen Masseneinwanderung, Islamisierung und eine verräterische Politik ist der Kampf unserer Generation. Um ihn zu bestehen, müssen wir mit derselben Kraft, derselben Energie und derselben Bestimmung kämpfen, wie die Verteidiger und Befreier von Wien es 1683 taten.“

Autonome Antifa W ruft zu einer Gegendemonstration auf – Hier der Aufruftext:

+++ ANTIFA TREFFPUNKT | 9. SEPTEMBER | 16:00 UHR | BAHNHOF WIEN HEILIGENSTADT (U4) +++

Am 9. September wollen „identitäre“ Neofaschist*innen einen Fackelmarsch in „Gedenken an die Schlacht am Kahlenberg“ in Wien abhalten. Schon ihre letzte Aktion, die menschenverachtende „Mission“, Rettungsschiffe bei ihrem Versuch, Flüchtende vor dem Ertrinken zu retten, zu behindern, ist bekanntlich ordentlich gefloppt: Schlepperei, Meuterei, U-Haft, Seenot, Embargo.

Weil ihnen das offenbar noch nicht reicht, wollen sich die selbsternannten Krieger gegen den herbei-phantasierten „Untergang“ Europas die nächste peinliche Abreibung einhandeln. Durch die rassistische Aufladung historischer Ereignisse soll gegen das Fremde in der modernen Gesellschaft mobil gemacht werden. Die Vergangenheit dient Rechtsextremen wieder einmal als legitimatorische Folie, um einerseits ein heroisch-romantisches Männlichkeitsbild des tapferen Kriegers zu entwerfen und andererseits ihre menschenverachtenden politischen Forderungen zu begründen.

Während ein Teil ihrer Kameraden, drunter ihre Führungsfigur, noch im Mittelmeer seekrank und unterversorgt auf ihrem Nazi-Schiff festsitzt, weil sie aufgrund von Protesten und Interventionen keine Anlegemöglichkeit finden, wollen die übrig gebliebenen im Windschatten des Wahlkampfes und einer möglichen Regierungsbeteiligung der FPÖ Stärke zeigen. Bezeichnend ist, dass sie dafür einen Ort außerhalb der Stadt wählen, im Glauben, dort mit weniger Protest konfrontiert zu sein. Doch diese Rechnung wollen wir zusammen mit euch nicht aufgehen lassen. Egal, wo Rassist*innen und andere Menschenfeinde aufmarschieren wollen, werden wir ihnen diesen Raum zur öffentlichen Selbstdarstellung und Propaganda streitig machen!

Die menschenverachtende „Mittelmeer-Mission“ wurde unter anderem durch die großzügige finanzielle Unterstützung der als „Alt-Right“ verharmlosten Neonaziszene in den USA ermöglicht. Die Crowdfunding-Plattform „WeSearchr“, auf der die Spenden gesammelt wurden, kommt direkt aus dieser Szene. Sogar der KKK-Führer David Duke selbst rührte die Werbetrommel für das „identitäre“ Projekt.
 

Es handelt sich also um genau jenen Kreis, der vor kurzem in der US-amerikanischen Stadt Charlottesville mit Hakenkreuzfahnen und Fackeln aufmarschierte. Bei diesem Naziaufmarsch wurde die Antifaschistin Heather Heyer von einem Neonazi ermordet. Dieser Vorfall hat erneut auf erschreckende Weise gezeigt, dass von den (nicht zu Unrecht) belächelten rassistischen Hampelmännern eine nicht zu unterschätzende Gefahr für all jene ausgeht, welche keinen Platz in der von ihnen erträumten „Volksgemeinschaft“ haben. Durch das gesellschaftliche Klima, welches in den USA seit der Wahl von Donald Trump vorherrscht, ist das Erstarken der Neonazis ermöglicht worden.

Dieses Phänomen ist nicht auf die USA begrenzt: Die rhetorischen Brandstifter*innen von Rechts befinden sich in Europa seit Jahren im Aufschwung. Schon aus Solidarität mit den unzähligen Menschen, welche durch die Politik und Rhetorik der (extremen) Rechten angegriffen und bedroht werden, bleibt Antifaschismus eine Notwendigkeit. Aus diesem Grund wollen wir uns am 9. September den Neofaschist*innen und ihrem Fackelmarsch in den Weg stellen!

Weiterverbreitung erwünscht!

ligrü Gustl