Gustl Faschang: 18.9.- Wahl1020 / Greenpeace + Hofer Norbert

Liebe Leute!
+++++++++1) 18.9.: WAHL IN WIEN-LEOPOLDSTADT
+++++++++2) GREENPEACE UND NORBERT HOFER – EINE WIEDERHOLUNG DER LIAISON VERHINDERN!
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+++++++++1) 18.9.: WAHL IN WIEN-LEOPOLDSTADT
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Wer im 2. Wiener Bezirk wohnt und dazu beitragen will, dass auch dieser Teil Wiens nicht in die Hände der rechtsextremen FPÖ fällt, sollte am 18.9. unbedingt eine andere Partei wählen bzw. sich rechtzeitig eine Wahlkarte besorgen, falls er/sie am 18.9. nicht persönliche wählen kann. Dadurch, dass die (in diesem Fall wohl berechtigte) Wahlwiederholung (wegen zahlenmäßig kleiner Fehler im Wahlkartenbereich) in die Uni-Ferien fällt, hat die FPÖ leider ohnehin schon einen Startvorteil. Bekannterweise bekommt die FPÖ ja immer umso weniger Stimmen, je höher der Bildungsgrad ist. Daher macht es einen wichtigen Unterschied, wenn unter Umständen viele Studierende wegen der Ferien an der Wahl nicht teilnehmen sollten.
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+++++++++2) GREENPEACE UND NORBERT HOFER – EINE WIEDERHOLUNG DER LIAISON VERHINDERN!
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Vielleicht kann mit guten Argumenten doch verhindert werden, dass Greenpeace-Geschäftsführer Egit auch vor der Wiederholung der Präsidentschafts-Stichwahl verkündet, dass es genau so gut sei, den Rechtsextremen Hofer zu wählen wie den demokratischen Kandidaten Van der Bellen … Vielleicht mag sich ja noch der eine oder die andere an ihn wenden (gerne auch cc an mich und gerne auch mit meinen Textelementen, wenn die Zeit fürs eigene Schreiben fehlt). Besonders sinnvoll wäre es natürlich, wenn Greenpeace-Mitglieder oder Spender_innen eine Ende ihrer Unterstützung für die Organisation in Aussicht stellen würden, wenn sich an den Positionen von Herrn Egit nichts ändert. Hier meine argumentative Antwort auf eine Aussendung von Herrn Egit:
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Gesendet: Dienstag, 06. September 2016 um 22:58 Uhr
Von: „Gustl Faschang“ <gustl.faschang@gmx.net>
An: community@greenpeace.at, alexander.egit@greenpeace.at
Betreff: Aw: Bundespräsidentenwahl 2016 – gehen Sie zur Wahl!
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Sehr geehrter Herr Egit!
Ich habe Ihnen schon im Mai anlässlich Ihrer Aussendung zur ersten Präsidentschafts-Stichwahl geschrieben. Herr Korbei aus Ihrem Service Team hat daraufhin meinem Wunsch entsprochen, mich aus Ihrem Verteiler zu entfernen, von Ihnen selbst habe ich aber keine Stellungnahme bekommen – Entweder mein Anliegen wurde nicht an Sie weitergeleitet oder Sie haben eine Antwort für unnötig befunden. Daher wende ich mich jetzt, da die Wiederholung der Stichwahl bevorsteht, erneut an Sie, werde dieses Schreiben aber gleichzeitig in Netzwerken gegen Rechtsextremismus verbreiten – in der Hoffnung, dass das die Chancen auf eine Antwort von Ihnen erhöht.
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Ich hoffe, dass ich Sie mit folgenden Argumenten davon überzeugen kann, vor der Wiederholung der Präsidentschaftsstichwahl keine vorgeblich neutrale Wahlempfehlung für Hofer und Van der Bellen mehr zu geben, um die Regierung bei einem Thema unter Druck zu setzen:
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1) Sie schreiben: „Als politisch unabhängige Organisation gibt Greenpeace generell keine Wahlempfehlungen ab.“ Sie fühlen sich also wegen „politischer Unabhängigkeit“ verpflichtet zwischen einem demokratischen und einem rechtsextremen Kandidaten neutral zu bleiben. Offenbar verbietet es Ihnen dieselbe „politische Unabhängigkeit“ aber nicht dazu aufzurufen, einen der beiden Kandidaten, also den Grünen oder den Rechtsextremen, zu wählen, um 2 andere Parteien, nämlich die Regierungsparteien SPÖ und ÖVP bei einem bestimmten Thema unter Druck zu setzen. Hier von parteipolitischer Unabhängigkeit von Greenpeace zu schreiben ist daher völlig unglaubwürdig. Sie hätten genau so gut irgend ein anderes umweltpolitisches Thema suchen können, bei dem die FPÖ die Standpunkte von Greenpeace nicht teilt, und dann zur Wahl aller anderen Kandidat_innen aufrufen können, um die Partei von Herrn Hofer unter Druck zu setzen, ihre Position zu ändern. Mir wäre es noch nicht aufgefallen, dass die FPÖ eine ökologisch besonders fortschrittliche Partei wäre, denken Sie z.B. nur an den Autoverkehr. Sie haben sich halt für ein anderes Thema und andere Parteien entschieden. Aber diese Entscheidung können Sie nicht als parteipolitisch neutral verkaufen.
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2) Parteipolitische Neutralität ist aber selbst im Hinblick auf TTIP und CETA gegenüber Hofer und der FPÖ unangebracht. Denn wenn eine Partei und ihr Kandidat Distanz zu Nationalsozialismus und Rechtsextremismus vermissen lassen, ist es eine Frage der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung, dieser Partei nicht wegen der Übereinstimmung in einer Sachfrage durch Beihilfe zu Wahlerfolgen den Weg an die Macht im Staat zu erleichtern. Hätten Sie damals auch einen angeblich neutralen Wahlaufruf u.a. für die Nazis gegen die damalige Reichsregierung verfasst, wenn Ihnen die NSDAP umweltpolitisch etwas versprochen hätte? Eine Organisation, die aufgrund eines Einzelziels jede gesamtgesellschaftliche Verantwortung über Bord wirft, ist um nichts besser als Konzerne, die für das Einzelziel Profitmaximierung jede gesamtgesellschaftliche Verantwortung ablehnen und die Umwelt zerstören oder soziale Standards missachten. Solche Konzerne werden von Greenpeace kritisiert – nun bitte ich Sie eindringlich, ihr eigenes Vorgehen kritisch zu überdenken! Sonst müsste ich Greenpeace aus meiner Liste seriöser Organisationen streichen.
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3) Beurteilen Sie eigentlich alle Politiker_innen (auch solche der Regierungsparteien) nur nach ihrem Gerede oder gilt das nur für Herrn Hofer? Er sagt etwas und das reicht Ihnen? Das wäre eine Naivität, die ich Ihnen nicht unterstellen mag. Sie wissen, dass Herr Hofer seit Jahrzehnten FPÖ-Funktionär und damit nicht nur für sein Gerede, sondern auch für die umweltpolitischen Taten der FPÖ mitverantwortlich ist, zum Beispiel während der Schwarzblauen Regierung. Und wie schnell sich die Worte von Herrn Hofer je nach Meinungsumfragen ändern können, zeigte sich ja z.B. gerade an seiner EU-Wende nach dem Brexit. Also nochmals: Beurteilen Sie Herrn Hofer im Gegensatz zu anderen Politiker_innen tatsächlich nur nach seinen jeweils aktuellen Wortmeldungen und, wenn ja, warum?
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4) Dieses Argument möchte ich am liebsten gar nicht schreiben, da ich hoffe, dass Sie die Argumente 1-3 zu einem Umdenken bewegen konnten. Sollten Sie aber weiter der Meinung sein, dass Ihre Organisation keinerlei gesamtgesellschaftliches Interesse zu berücksichtigen hat und mit nur scheinbarer parteipolitischer Neutralität  und naivem Glauben an die Worte von rechten Populisten Politik im Eigeninteresse machen soll, dann könnten Sie mit Ihrer Vorgangsweise bei der Präsidentschaftswahl möglicherweise auch diesem falsch verstandenen Eigeninteresse schaden. Denn ich glaube nicht, dass Greenpeace in seiner ganzen Themenbreite langfristig und nachhaltig seine Unterstützer_innen hauptsächlich in der Anhängerschaft des Rechtsextremismus finden kann. Andere werden sich aber vielleicht wie ich enttäuscht von Ihnen abwenden. Niemand erwartet, dass Sie sich in eine Wahl einmischen, aber tun Sie es bitte auch nicht durch die Hintertür für diejenigen, die sich selbst außerhalb der demokratischen Vielfalt aufstellen. Sie wissen ja, der Tag der Niederlage der Nazi-Massenmörder ist für Herrn Hofer kein Tag der Freude.
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Mit freundlichen Grüßen und großer Hoffnung auf einen Umdenkprozess
Gustl Faschang
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Gesendet: Samstag, 14. Mai 2016 um 10:40 Uhr Von: „Alexander Egit“ <community@greenpeace.at> An: gustl.faschang@gmx.net Betreff: Bundespräsidentenwahl 2016 – gehen Sie zur Wahl!
 
 
  Hallo Gustl Faschang, (…)Die bevorstehende Bundespräsidenten-Wahl wird richtungsweisend für Österreich sein. Erstmals seit 1955 hat es keiner der Kandidaten aus den Regierungsparteien in die Stichwahl geschafft. Für die Kampagne gegen TTIP und CETA bedeutet das eine große Chance, denn die Bundesregierung lässt weiterhin keine klare Linie bei TTIP und CETA erkennen.

Ideologisch trennen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer Welten. Beim Thema TTIP und CETA sind sie sich aber einig: Beide haben sich entschieden gegen die Abkommen ausgesprochen (» Details unserer Analyse). Jede zusätzliche Stimme bei der Stichwahl ist auch eine Stimme gegen TTIP und CETA. Vor allem aber ist die Teilnahme an der Wahl ein ganz wichtiges Instrument zur Stärkung der Demokratie und zur aktiven Mitgestaltung unseres Landes – und damit auch Europas. In turbulenten Zeiten wie diesen ist das wichtiger denn je.

Als politisch unabhängige Organisation gibt Greenpeace generell keine Wahlempfehlungen ab. Doch aus den genannten Gründen bitte ich Sie: Nutzen Sie Ihr demokratisches Grundrecht – gehen Sie am 22. Mai wählen!