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Die Orientierungslosigkeit der DGB-Bürokratie in der
neuen Phase der Großen Krise
-Zur Kritik des
4-Punkte Programms der DGB-Bürokratie –
1.)
Prolog
Die DGB-Bürokratie meldete sich kurz Mitte Dezember
2011 mit einem 4-Punkte Programm für Europa zurück, um danach wieder zu
verstummen. Von dem DGB war nur in den Jahren 2008 und 2009 ein wenig mehr zu
vernehmen, aber seit dem der ideologische XXL-Aufschwung an Fahrt gewann,
tauchte die DGB-Bürokratie wieder ab. Nachdem nun dieser fiktive
„XXL-Aufschwung“ nicht mehr Aufrecht erhalten werden kann, meldet sich der DGB
zurück, um danach wieder abzutauchen. Die DGB-Bürokratie steht der Großen Krise
orientierungslos und hilflos gegenüber und läßt die Wogen der Großen Krise über
sich zusammenschlagen.
2.)
Die DGB-Bürokratie auf den Weg ins Nirgendwo
Seit Oktober 2011 tritt die Große Krise in eine neue
Phase ein. Die Bankenstützungs- und Konjunkturprogramme sind ausgelaufen und
haben nebenbei eine gewaltige Staatsverschuldung produziert. Ein solches
Programm kann somit nicht neu aufgelegt werden. Das Gesetz des tendenziellen
Falls der Profitrate als durchschnittliche Bewegungsform des Kapitals macht sich
schlagend geltend. Die Akkumulation sackt ab. Auch in China. Der
US-Imperialismus ist wegen seiner Akkumulationskrise und gleichzeitig wegen
seiner Staatsverschuldung paralysiert. So ist der US-Imperialismus zu schwach
seine Position als hegemonialer Imperialismus zu verteidigen. Anfang Dezember
ergreift der BRD-Imperialismus die Macht innerhalb der EU und drängt den
britischen Imperialismus zurück und damit auch den US-Imperialismus. Ebenfalls
Anfang Dezember gründen sich die „gemeinschaftlichen Staaten Lateinamerikas und
der Karibik“, ein neues Bündnis ohne die USA und Kanada und damit objektiv gegen
diese. Auch in seinem Hinterhof gerät der US-Imperialismus unter Druck. Und Ende
Dezember 2011 gehen China und Japan ein Devisenpakt ein und fordern gleichzeitig
ein atomwaffenfreies Korea, was ebenfalls objektiv ein Schritt gegen den
US-Imperialismus ist. Der Dollar als Weltgeld wird auf dieser Weise auch formal
in Frage gestellt, in EU-Europa, in Rußland, China und Japan, wie auch in
Mittel- und Südamerika. Es bilden sich imperialistische Wirtschaftsblöcke aus
und die Hegenonialmächte dieser imperialistischen Blöcke werden sich gegen den
Dollar wenden und einen Währungskorb konzipieren. Der US-Imperialismus kann dies
nicht mehr verhindern und muß sich unterordnen. Er wird nur noch in Kenntnis von
den gefällten Entscheidungen gesetzt. Die Angriffe auf den nun „deutsch“-
dominierten Euro zeigen nur die Verzweiflung des US-Imperialismus auf und seine
tiefe Krise. Trotz der Angriffe auf den Euro kann sich der US-Imperialismus
nicht stabilisieren, ebenso wenig der britische Imperialismus. Diese Angriffe
führen zur Machtergreifung des BRD-Imperialismus in der Euro-Zone und zeigen nur
die Tiefe der Krise in den USA auf. Vor allem der BRD-Imperialismus setzt auf
einen harten Schuldenschnitt im Fall Griechenlands, denn dieser wird vor allem
in letzter Instanz den US-Imperialismus treffen. Die Radikalisierung der Politik
des US-Imperialismus führt zum Gegenteil und ist Ausdruck des Verlustes der
US-Hegemonie. Der US-Imperialismus ist aufgrund der hohen Staatsverschuldung mit
über 100 Prozent im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt, die sich in einer
politischen Paralyse ausspricht gezwungen seine Aufrüstung zu verlangsamen. Zum
ersten Mal seit Jahrzehnten muß der militärisch-industrielle Komplex der USA mit
einem geringeren Zuwachs an Rüstung auskommen Die USA sind nicht mehr in der
Lage mehr als einen Krieg siegreich zu Ende zu führen und sie müssen ihre
Truppen aus Westeuropa tendenziell zurückziehen. Und dies auch aus Deutschland.
Mit dem Dollar läßt sich die US-Aufrüstung nicht mehr ohne weiteres finanzieren
und das politische Scheitern des Super-Kongresses die Schuldenfrage qualitativ
anzugehen führt zu automatischen Kürzungen auch im militärisch-industriellen
Komplex. Das zweite Vietnam im Irak wirft seinen Schatten voraus und ebenso das
dritte Vietnam in Afghanistan. Das US-Militär wird wahrscheinlich im Nahen Osten
in der Nähe der Straße von Hormuz stationiert werden müssen, während Kanada
seine zurückgezogenen Truppen im arktischen Teil von Kanada stationiert, um
Rußland nicht die Arktis zu überlassen. Hier ist dann im wahrsten Sinne die
letzte Verteidigungslinie des Dollar. Die transatlantische Entflechtung nimmt
zu, auf ökonomischen Gebiet (Abzug des US-Kapitals aus den Euro-Banken und
gleichzeitig bei den Euro-Banken die Beendigung der Kundenbeziehung mit den USA
wegen den speziellen Regulierungen in den USA), wie jetzt auch auf politischen
und militärischen Gebiet. Die Machtergreifung des BRD-Imperialismus in EU-Europa
auf Kosten des US-Imperialismus ist nicht mehr zu übersehen. Auch der Versuch
das fiktive US-Kapital mit Wert zu unterfüttern, indem die Monopolisierung der
strategischen Rohstoffe im Nahen Osten (Rohöl und Erdgas) angestrebt wird, ist
ein Ausdruck der Flucht nach vorn. Die Diskussionen um den Schuldenschnitt im
Allgemeinen und der Schuldenschnitt in Griechenland bedrohen das internationale
US-garantierte Finanz- und Bankensystem und damit vor allem das US-Finanzsystem.
Aber vor allem wird das US-garantierte Finanz- und Bankensystem durch die
Abstufung Frankreichs, Österreichs, Spaniens und Portugals gefährdet. Damit
gerät das Euro-Finanzsystem ins Wanken und reißt das US-Finanzsystem als letzte
Instanz des internationalen Finanzsystems mit sich. Ein Schuldenschnitt für
Griechenland ist nichts anderes als der reale Staatsbankrott. Wird dieser reale
Staatsbankrott von den Rating-Agenturen auch als formaler Staatsbankrott
bewertet, zerbricht die Derivaten-Blase und das internationale Finanzsystem
bricht zusammen. Wird der reale Staatsbankrott Griechenlands nicht als formaler
Staatsbankrott gewertet, muß vor allem das US-Finanzsystem als letzte Instanz
den Verlust tragen und damit wird weltweit eine deflationäre Entwicklung
erzwungen. Es bleibt auf Basis der kapitalistischen Produktionsverhältnisse nur
die Wahl zwischen Pest und Cholera. Eine neuerliche Geldmengenausweitung QE3
wird der US-Imperialismus dann wahrnehmen, wenn sich die Lage zuspitzt und auf
diesem Weg wird der Weltmarkt einen nochmaligen Schock erleiden. Schon jetzt
erhöht Indien und Britannien ihre Geldmengen. Ein Zeichen, daß der Absturz der
Akkumulation schon jetzt besorgniserregend ist. So ist die Zeit der schwarzen
Schwäne nicht vorbei. Die US-Zentralbank behält nun ihre Niedrigzinspolitik bis
2014 bei, d.h. dies ist der letzte Schritt vor einer Politik des QE3 und der
Beleg dafür, daß die USA in einer tiefen Krise feststeckt. Die USA sind in der
Lage wie Japan der 90er Jahre, als Japan in die Krise stürzte, welche bis heute
nicht überwunden ist. Die japanische Niedrigzinspolitik scheiterte an der Krise
und wurde selbst ein Teil der Krise. Dies wiederholt sich in den USA. Parallel
zu dieser Entwicklung nehmen die Auseinandersetzungen zwischen dem
US-Imperialismus und dem BRD-Imperialismus in der Frage der Anti-Krisenpolitik
zu. Es gibt nur dann die Möglichkeit die Große Krise zu überwinden, wenn
international gemeinsam gehandelt wird. Davon ist der Kapitalismus weiter
entfernt denn je. Es geht nur noch um Schuldzuweisungen und dem Konkurrenten den
„Schwarzen Peter“ zuzuschieben. Der Schuldenschnitt in Griechenland wird dem
US-Imperialismus schwer zusetzten. Die bisherige Weltwirtschaftsordnung ist
zusammengebrochen und kann nicht mehr hergestellt werden. Die Gefahr der
Entwertung des fiktiven, wie auch des mehrwertheckenden Kapitals, verschärft
sich. Es wird somit immer dringender das fiktive Kapital (vor allem das fiktive
Kapital des US-Imperialismus) mit Wert zu unterfüttern und damit ist es
notwendig, die Operation Syriana als Flucht nach vorn wieder aufzunehmen. Ein
Akt der Verzweiflung und kein Akt der Überlegenheit. Das Ziel ist die Kontrolle
über die strategischen Rohstoffe über eine Neuordnung des Nahen Ostens. Damit
radikalisiert diese Abwertung der Kreditwürdigkeiten von zentralen Staaten des
Euro-Blocks durch eine US-Agentur auch die Lage im Nahen Osten, wie auch die
Lage im Nahen Osten die USA radikalisiert, indem in kurzfristiger Sich um jeden
Preis der Dollar gestützt wird und der Druck, der auf dem Dollar lastet auf den
Euro-Block abgewälzt wird. Aus diesem Grunde kritisiert vor allem China den
Zeitpunkt der Abstufung und fordert die US-Rating Agenturen auf, die Krise der
Euro-Zone nicht zu verstärken. China sieht darin einen Angriff auf seine
Währungsreserven, wie auch im Fall Iran China sich in seinen Bezug von Rohöl
durch die USA bedroht sieht. Aus diesem Grunde auch die chinesische Offensive,
die Zusammenarbeit mit Saudi-Arabien zu vertiefen, auch in Fragen der zivilen
Nutzung der Kernenergie, zudem strebt China ein Freihandelsabkommen mit den
Staaten des arabischen Golfes an. In diesen beiden Punkten steht China in dieser
sensiblen Region des Nahen Ostens in scharfer Konkurrenz zu den USA. Diese
Konkurrenz erreicht jetzt neue Dimensionen. China versucht mit Iran ein
Geheimabkommen abzuschließen, was auf die völlige Unterordnung des Iran unter
die chinesischen Interessen hinausläuft, denn China möchte die Seehäfen,
Flughäfen und Eisenbahnlinien des Iran übernehmen. Die großen Dollar-basierten
Devisenreserven Chinas sind eine gute Grundlage für diese ökonomische Offensive
im Iran. Die USA und China sind die größten Importeure von Erdöl und
konkurrieren um diesen strategischen Rohstoff mit allen Mitteln. Der Kampf macht
nicht im Iran halt, sondern es geht um den ganzen Nahen Osten. Saudi-Arabien
steht zwischen den „Schutzmächten“ USA auf der einen Seite und Rußland und China
auf der anderen Seite und wird sich für eine Seite entscheiden müssen. Der
russische Imperialismus hält sich ein wenig zurück, denn er ist einer der
größten Erdölexporteure. Nun kann auch in London der Yuan gehandelt werden.
Russland und China und auch Indien und Brasilien versuchen sich, vom Dollar zu
emanzipieren. Die US-Rating-Agenturen beginnen langsam den Bogen zu überspannen
und werden unglaubwürdig. Sie werden objektiv gezwungen sein, die USA weiter
abzustufen, um weiter agieren zu können. Denn es ist für sie gefährlich, als
verlängerter Arm der USA zu erscheinen. Nach vier Jahren könnte es geschehen,
dass die US-Agenturen in EU-Europa einer strengeren Regulierung unterwerfen
werden könnten. Die nächste Gelegenheit wäre hier die Abstufung der USA bei
einer neuerlichen Stufe der Geldmengenausweitung, einem QE3. Der gerade
ablaufende Zusammenbruch der US-Ökonomie im Allgemeinen erfordert als letzte
Verteidigungslinie eine neuerliche Offensive in der Geldmengenausweitung.
Konkret aber auch wegen der aufziehenden internationalen Bankenkrise. Die
Reduktion des Profits bei Goldman Sachs um 50 Prozent ist ein erstes Signal in
diese Richtung. Ein Schuldenschnitt bzw. Staatsbankrott Griechenlands dürfte
weitere Verheerungen verursachen. Ein erster Schuldenschnitt im Fall
Griechenland setzt sich durch. In der US-Zentralbank wird deshalb diese Option
des QE3 angestrebt. Auch dazu muß wie jetzt geschehen, erst einmal der Dollar
gehoben werden. Ein QE3 würde den Weltmarkt sehr nah an den tendenziellen
Zerfall heranbringen. Eine Re-Industrialisierung der USA verlangt nach einer
drastischen Abwertung des Dollar, was jedoch das US-Bankenwesen und den
militärisch-industriellen Komplex trifft und ebenso auch formal den Dollar als
Weltgeld beseitigt. Die weitere Abstufung der Euro-Zone durch die
US-Ratingagenturen provoziert nicht nur Auseinandersetzungen mit China, sondern
vertieft auch die transatlantischen Widersprüche, vor allem der
BRD-Imperialismus droht mit der Regulierung der US-Ratingagenturen. Der Streit
um eine Finanztransaktionssteuer ist ebenfalls nur die Spitze des Eisberges.
Während der BRD-Imperialismus über die EU eine stärkere Rolle des IWF in der
Schuldenkrise wünscht, was auch bedeutet, daß die USA dazu einen Beitrag leisten
muß, lehnt die USA und Britannien dieses Ansinnen ab und blockiert weitere
Hilfen des IWF. Im IWF hat die USA die Mehrheit. Jedoch sind China und Russland
bereit, dem IWF eine größere Rolle zuzugestehen, wenn sich der Einfluß dieser
Staaten auf die Entscheidungen des IWF im Gegenzug ausgeweitet wird. Hier
zeichnen sich am Horizont Allianzen ab, die in einen Währungskorb münden
könnten. Die Euro-Dollar Krise hängt also eng mit dem monopolistischen Zugriff
auf die strategischen Rohstoffe im Nahen Osten und seiner Krise zusammen, wie
auch umgekehrt. Der Iran steht der Verteidigung der US-Hegemonie im Wege. Am
31.12.11 hat die US-Regierung vom Parlament grünes Licht bekommen, alle
Unternehmen, die mit der iranischen Zentralbank kooperieren mit Sanktionen zu
belegen. Die EU-Staaten ziehen im Januar 2012 nach. Da die USA immer noch ein
bedeutendes Finanzzentrum sind, trifft dies jedes nationale Kapital und damit
hat der Iran große Probleme sein Öl zu exportieren. Der iranische Gegenschlag
ist es, mit der Blockade der Straße von Hormuz zu drohen und so den Ölpreis in
die Höhe zu treiben, was die Weltwirtschaft trifft und auch vor allem die USA.
Aber auch am 31.12.2011 sichert China zu, den Iran bei der Abwicklung seines
Öl-Exports zu unterstützten, da China selbst bedeutender Kunde des Iran sind.
Damit bekommt das internationale Finanzzentrum weitere Risse, denn es birgt für
die USA erhebliche Probleme ihren größten Gläubiger mit Sanktionen zu belegen.
Die Bankensysteme von Russland und China in Verbund mit Brasilien und Indien
werden immer klarer einen Gegenpol zum US-Finanzsystem bilden. Dies beginnt
schon jetzt, als Anfang Januar die USA einzelne chinesische Unternehmen mit
Sanktionen belegt, weil sie Öl-Geschäfte mit dem Iran abwickeln. Sofort kommt es
zu scharfen chinesischen Protesten. Eine weitere Eskalation ist zu erwarten. Die
derzeitige US-Politik provoziert geradezu eine Abkehr vom US-dominierten
Finanzsystem und damit vom Dollar. Auch ist eine Blockade des Iran möglich, was
einen direkten kriegerischen Akt darstellt und auch so vom Iran, China und
Russland beantwortet werden wird. Russland sieht in einem Krieg gegen den Iran
seine eigene nationale Sicherheit gefährdet. Eine „false flag“-Operation könnte
am Kriegsbeginn stehen. Israel kann den Iran nur mit logistischer Unterstützung
der USA angreifen. Der Machtkampf über die Kontrolle der Straße von Hormuz ist
in erster Linie ein Machtkampf zwischen den USA auf der einen Seite und Russland
und China auf der anderen Seite. Wer die Straße von Hormuz kontrolliert,
kontrolliert den Ölhandel und damit die Fakturierung des Öls in Dollar. Der Iran
kann sich nur deshalb so offensiv verhalten, weil er die Unterstützung von
Russland und China erhält. Es können demnächst noch russische und chinesische
Kriegsschiffe vor der Straße von Hormuz kreuzen. Die Kriegsvorbereitungen der
USA gegen den Iran gehen unvermindert weiter. Allein im Dezember 2011 wurden in
Georgien 30 US-Krankenhäuser fertig gestellt und die Transportflüge des
US-Militär aus deutschen Flughäfen nehmen erheblich an Volumen zu. Der Dollar
ist an das Öl gebunden und die Isolierung des Öls vom Dollar ist das Ende des
Dollar. Es sieht so aus, daß sich das Schicksal des Dollar in der Meeresenge von
Hormuz entscheiden wird. Daran läßt sich ablesen, wie geschwächt der
US-Imperialismus derzeit ist. Selbst in den Hochzeiten des „Kalten Krieges“
zwischen dem Kapitalismus und den bürokratische entarteten Arbeiterstaaten blieb
die internationale US- Ordnung von Jalta und Potsdam erhalten, niemals versuchte
die Sowjetunion über die Kontrolle der Straße von Hormuz den Dollar anzugreifen.
Erst jetzt geschieht dies durch Rußland und China, erst als der Dollar
ökonomisch keine Unterfütterung mehr aufzuweisen hat und nur noch an
internationalen Bündnissen politisch hängt, ohne materiellen Unterbau, kann der
Dollar als Weltgeld auch politisch in Frage gestellt werden. Die Dollar-Bindung
des Öls war eine politische Entscheidung aufgrund der ökonomischen Stärke der
US-Ökonomie. Und nur eine politische Entscheidung kippt auch formal den Dollar
als Weltgeld, dies geht nicht von selbst evolutionär. Ein qualitativer Bruch ist
notwendig, das Umschlagen von Quantität in Qualität. Der BRD-Imperialismus
betreibt eine Schaukelpolitik um so zum zentralen Punkt zu werden, dessen
Entscheidung für die eine oder andere Seite zeitweise den Ausschlag gibt. Die
USA ist dabei, der Sowjetunion nachzufolgen. Ein neues Weltgeld ist nicht in
Sicht, nur ein Währungskorb, der von den Euro-Staaten Deutschland und
Frankreich, von Rußland, China, Indien und Brasilien garantiert wird. Die USA
sind objektiv dazu gezwungen, ebenfalls dazuzustoßen. Die Initiative wird nicht
von den USA ausgehen, sondern von den anderen Mächten und die USA werden sich
dem Fügen müssen. Der US-strukturierte und garantierte Weltmarkt löst sich auf
und der Weltmarkt zerfällt tendenziell, es brechen Tendenzen der
Re-Nationalisierung hervor. Und dies schlägt auch auf den BRD-Imperialismus
zurück. Das Modell-Deutschland, d.h. die Hegemonie der Weltmarktsektoren des
BRD-Kapitals über die Binnenmarkt-Sektoren, stößt an seine abstrakten Grenzen,
denn das Modell Deutschland setzt einen geordneten Weltmarkt voraus. Ohne den
geordneten Weltmarkt bricht das Modell Deutschland in sich zusammen. Und dieser
Weltmarkt wurde vom US-Imperialismus geordnet und garantiert. Das Modell
Deutschland ist also ein Moment in der Hegemonie des US-Imperialismus. Ohne die
Hegemonie des US-Imperialismus in der imperialistischen Kette kann das Modell
Deutschland nicht funktionieren, d.h. auch der koproratistische Block aus
Kapital, bürgerlichen Staat und Gewerkschaftsbürokratie in der BRD setzt die
US-Hegemonie voraus. Die Orientierung der DGB-Bürokratie auf den
korporatistischen Block geht in die Leere, bzw. in eine Sackgasse. Und die
DGB-Bürokratie ist ein wesentliches Moment des Modells Deutschland, ein Moment
im korporatistischen Block mit dem Kapital und dem bürgerlichen Staat. Damit ist
die DGB-Bürokratie auch ein Moment im deflationären Konsens und trägt die
Senkung der Lohnrate, wie auch der sozialen Transferleistungen mit. Hartz IV war
auch ein Produkt der passiven Akzeptanz durch die DGB-Bürokratie. In dem Modell
Deutschland ist die Deflationspolitik potentiell angelegt. Der BRD-Imperialismus
internationalisiert die Brüningsche Deflationspolitik und damit scheitert diese
und das Modell Deutschland an sich selbst. Mit seinem Modell Deutschland
zerstört der BRD-Imperialismus den Weltmarkt und untergräbt so das Modell
Deutschland selbst Auf diesem Wege zerstört sich auch die DGB-Bürokratie. Ein
4-Punkte Programm des DGB müßte also mit dem Modell Deutschland brechen und
damit auch mit dem koporatischen Block aus Kapital, bürgerlichen Staat und
Gewerkschaftsbürokratie. Dies ist jedoch nicht der Fall. Die DGB-Bürokratie gibt
im Januar 2012 bekannt, daß die deutsche Industrie gut aufgestellt ist, obwohl
erste amtliche Schätzungen von einen negativen Wert von ca.025 Prozent
Wirtschaftswachstum für das vierte Quartal 2011 ansetzten. Was nicht sein darf,
kann nicht sein. Auch die DGB-Bürokratie meint, daß das „europäische“ Problem,
von dem sie spricht, nicht sie selbst betrifft, sondern nur die anderen. Ein
gefährlicher Trugschluß. Das Problem Europas und auch der Welt ist die
Deflationspolitik des Modell Deutschland, welche von der DGB-Bürokratie gestützt
wird. Die DGB-Bürokratie betreibt wie das BRD-Kapital Realitätsverweigerung. Die
Große Krise ist dennoch da, auch wenn man die Augen zu macht. Der
korporatistische Block wird nicht halten und die Stammbelegschaften können auch
nicht geschützt werden. Die Politik der Kurzarbeit und Flexibilisierung der
Arbeit kommt nun an ihre Grenzen, denn ein zweites gesamtwirtschaftliches
Stabilisierungsprogramm ist derzeit nicht politisch ohne weiteres durchzusetzen.
Denn diese internationalen gesamtwirtschaftlichen Stabilisierungsprogramme
(nicht so sehr das deutsche Stabilisierungsprogramm) war die materielle Basis
für die Politik der Gewerkschaftsbürokratie der Kurzarbeit und Flexibilisierung
der Arbeitszeiten der Kernbelegschaften; dies ist die Basis dieses kurzen
Scheinaufschwungs gewesen. Und in letzter Instanz natürlich der vom
US-Imperialismus organisierte und garantierte Weltmarkt, etwas, was jetzt
tendenziell zerfällt. Auf nationaler Ebene war das Erfolgsmodell vor allem die
Politik der Prekarisierung objektiver Klassenlagen, d.h. der Ausbau der
Randbelegschaften auf Kosten der Kernbelegschaften, eine Politik, welche auch
die Gewerkschaftsbürokratie unterstützte. Es verbleibt jetzt nur noch die
Politik der Prekarisierung für das BRD-Kapital. Und auch objektiv für die
DGB-Bürokratie, wenn sie sich nicht zu einer Alternative durchringt. Jetzt
stehen die Kernbelegschaften zur Disposition. Aus diesem Grunde flüchtet die
DGB-Bürokratie erst einmal in die Realitätsverweigerung, denn sie ist nun
hilflos. Damit wird die Arbeiterklasse paralysiert und es droht damit der
„starke Staat“. Die DGB-Bürokratie setzt an zu einer Reise in das Herz der
Finsternis.
Für die DGB-Bürokratie bleibt die Krise äußerlich.
Sie ist irgendwie zufällig entstanden, durch den Neoliberalismus und soll das
Produkt politischer Fehlentscheidungen sein (Zuwachs an Vermögen bei den
Vermögensbesitzern durch den Verlust an Vermögen bei den Massen). Eine
Krisenanalyse wird nicht geleistet. Für die DGB-Bürokratie kam die Krise
überraschend und fiel vom Himmel. Nun reagiert die DGB-Bürokratie auf die
Erscheinungen der Krise, ohne zu wissen, was vor sich geht. Bei der
DGB-Bürokratie stehen deshalb die Krise der Staatsfinanzen und die Krise der
Realakkumulation abstrakt nebeneinander, ohne eine Beziehung zueinander, als ob
es zwei verschiedene Krisen wären. Wobei der Krise der Staatsfinanzen Vorrang
gegenüber der Krise der Realakkumulation eingeräumt wird.
Die Große Krise ist ein Produkt der kapitalistischen
Produktionsverhältnisse. Die Krisen sind notwendig, damit sich der Kapitalismus
reproduzieren kann. Das Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate ist nichts
anderes als die durchschnittliche Bewegungsform des Kapitalismus, spricht das
Wertverhältnis in konkreter Erscheinung aus. So kommt es periodisch immer
notwendig zu Überakkumulation von Kapital, welches somit entwertet wird. Seit
1974/1975 befindet sich der Kapitalismus in einer historischen Krise. Die
Dynamik der Kapitalakkumulation verlangsamte sich qualitativ. Als Reaktion
darauf entstand der Neoliberalismus. Die Deregulierung der Klassenverhältnisse
fußte jedoch nicht nur auf die Entfesselung des Wertgesetzes, sondern vor allem
auf eine expansive Geldpolitik. So sehr der Neoliberalismus die Inflation
bekämpfte, um so mehr förderte dieser die Kreditinflation. Damit die
Kreditinflation nicht zu einer Inflation auswuchs, wurde sie in die die fiktive
Akkumulation kanalisiert. So entstand eine zusätzliche Nachfrage, was die
Realakkumulation einen tendenziellen Aufschwung bescherte. Da die neoliberale
Akkumulationsweise vom US-Imperialismus und vom britischen Imperialismus ausging
und damit auch die Kreditinflation, transformierte sich die USA zu einem
Importeuer der letzten Instanz. Die USA und Britannien transformierten sich mit
der Kreditinflation zu einem globalen Fond des fiktiven Kapitals und zerschlugen
ihr mehrwertheckendes Kapital und damit die Gewerkschaften weitgehend. Während
der US-Imperialismus als Importeuer der letzten Instanz fungierte, konnte sich
das kapitalistische China entfalten und ebenso der BRD-Imperialismus und im
gleichen Maße exportieren. Die Exporterlöse wurden im Dollar-Raum, vor allem in
den USA, angelegt und befeuerten die Kreditinflation. Doch das fiktive Kapital
kann sich nur graduell und tendenziell vom mehrwertheckenden Kapital
verselbständigen. Ab einem bestimmten abstrakten Punkt läßt sich das fiktive
Kapital nicht mehr kanalisieren und es bilden sich Spekulationsblasen aus,
welche dann notwendig platzen. Dies geschah spätestens am 9. August 2007 und vor
allem am 15. September 2008. Die Krise stellt die widersprüchliche Einheit von
mehrwertheckenden und fiktiven Kapital wieder her. Der Zusammenbruch des
Pyramidenspiels setze der Akkumulation erheblich zu. Der bürgerliche Staat
organisierte konjunkturstützende Maßnahmen und Bankenrettungsprogramme, ließ
aber sonst alles beim Alten. Aus diesem Grunde stieg die Staatsverschuldung in
den Metropolen erheblich an. Da keine qualitativen Änderungen vorgenommen
wurden, blieb die Situation wie sie ist und nach dem Auslaufen der ganzen
Stützungsmaßnahmen stellt sich die Situation von 2009 wieder her. Der
„XXL-Aufschwung“ war nichts anderes, als eine vom bürgerlichen Staat induzierte
Konjunkturstützung. Und dies weltweit. Nach dem Auslaufen dieser Maßnahmen
bricht die Konjunktur weltweit ein. Eine Wiederholung ist wegen der
Staatsverschuldung ausgeschlossen. Der BRD- Imperialismus hängt als Exporteur
vom Importeuer der letzten Instanz ab. Die Exporte auf der einen Seite stehen
Importe in gleicher Höhe auf der anderen Seite entgegen. Die
Handelsbilanzungleichgewichte haben sich ab 2009 sogar noch verstärkt, anstatt
abgebaut zu werden. Die Importeuer müssen weniger importieren und die Exporteuer
weniger exportieren und das weltweit, ansonsten wird die Krise das Gleichgewicht
wieder herstellen. Das neoliberale Akkumulationsmodell läßt sich nicht mehr
fortsetzten. Die Kreditinflation als Schmiermittel des Neoliberalismus steht
nicht mehr zur Verfügung. Die Exporterfolge des BRD-Kapitals ab Ende 2009 und im
Jahr 2010, wie in dem ersten Halbjahr 2011 sind nicht nur der Konjunkturstützung
zu verdanken, sonden auch der Deflationspolitik der DGB-Bürokratie. Durch
massenhafte Kurzarbeit, Einsatz von Arbeitszeitkonten, weiterer Ausweitung der
prekären Arbeit (Leiharbeit, befristete Arbeitsverhältnisse und
sozialversicherungsfreie Arbeitsverhältnisse) konnten die Löhne massiv gesenkt
werden. Die Vollzeitverhältnisse gingen drastisch zu Gunsten von unregulierten
und Minimal-Arbeitsverhältnissen zurück. Mit dieser auch von der DGB-Bürokratie
unterstützten Deflationspolitik zu Lasten der anderen Staaten und
Arbeiterklassen, konnte sich die Akkumulationsrate in der BRD tendenziell
erholen. Jedoch werden dadurch die anderen Staaten in einen solchen
Deflationswettlauf gezwungen, so daß auch diese Politik keine Perspektive mehr
bietet. Auch der BRD-Imperialismus sackt in die Krise. Ebenso ist die
DGB-Bürokratie an der „Bankenrettung“ beteiligt, welche maßgeblich zur hohen
Staatsverschuldung beitrug. Auch die DGB-Bürokratie unterstützte die „Rettung“
der „systemrelevanten“ Banken, d.h. die Sozialisierung der Verluste. Die
Staatsverschuldung hängt nicht so sehr von zu geringen Steuereinnahmen ab, diese
waren in den letzten 20 Jahren schon immer gering, sondern ist das Produkt des
sinnlosen Versuchs, das bankrotte BRD-Finanzsystem als Ganzes zu retten. Die
DGB-Bürokratie versucht so ihre Verantwortung für die Staatsverschuldung zu
vertuschen, wie für ihre Deflationspolitik insgesamt. Die konkrete Triebkraft
für das qualitative Anwachsen der Staatsverschuldung war die sogenannte
„Bankenrettung“.
„ Das starke Anwachsen großer Vermögen ist eine der
Triebkräfte für hohe Staatsverschuldung. Hier muß künftig für nachhaltigen
Ausgleich gesorgt werden. Europaweit sollte geprüft werden, substanzielle
Steuern auf große Vermögen zu erheben, um die Staatsverschuldung auf sozial
gerechte Weise kräftig zu reduzieren.“[1] (DGB-Position: 4-
Punkte-Programm für einen Kurswechsel in Europa, DGB-Bundesvorstand, 15.
Dezember 2011, Berlin)
Die „Bankenrettungsprogramme“ haben nicht nur die
Staatsverschuldung anwachsen lassen, sondern vor allem die „großen Vermögen“.
Ein Zusammenbruch des BRD-Bankensystems wäre zu Lasten der „großen Vermögen“
gegangen. Am schnellsten und radikalsten entwertet sich Geld-Vermögen. Es gibt
auch aus kapitalistischen Gründen keine Notwendigkeit, das BRD-Bankensystem vor
dem Bankrott zu bewahren. Die Schulden sind objektiv so hoch, daß diese Schulden
nicht durch einen Transfer von Steuermitteln zu den Banken ausgeglichen werden
können. Dieser Versuch ist einfach sinnlos.
Das mehrwertheckende Kapital hat das materielle
Primat über die verschiedenen Kapitalsorten inne und determiniert die
Akkumulation. In den Handelsbilanzungleichgewichten schrieb sich das neoliberale
Akkumulationsmodell materiell ein. Das internationale Wechselkurssystem bildet
dieses konkret-spezifisch ab. Der US-Imperialismus als hegemoniale Macht
innerhalb der imperialistischen Kette garantierte den Weltmarktzusammenhang und
stellte das Weltgeld. Nur im dem Weltmarktzusammenhang kann der EU-Markt
eingeordnet werden. Es kommt also nicht so sehr auf die
Handelsbilanzungleichgewichte innerhalb der EU, sondern im Weltmaßstab an. Die
Handelsbilanzungleichgewichte innerhalb der EU lassen sich nicht isoliert vom
Weltmarkt lösen, sondern nur dann, wenn die Handelsbilanzungleichgewichte im
Weltmaßstab gelöst werden können, nur dann können sie auch innerhalb der EU
gelöst werden. Es bedarf also eines neuen imperialen Hegemons, welcher den
Weltmarkt garantiert und das Weltgeld stellt, es bedarf damit auch eines neuen
Wechselkurssystems im Weltmaßstab. Ein Währungskorb ist nur ein
Durchgangsstadium und sehr prekär. Die DGB-Bürokratie hat in der Vergangenheit
alles dafür getan, daß die Handelsbilanzungleichgewichte anwachsen zu lassen, in
dem sie die Deflationspolitik unterstützt, gerade auch in dem Krisenjahr 2009,
und dies ging zu Lasten der anderen Arbeiterklassen. In der konkreten Praxis
exekutiert die DGB-Bürokratie die Deflationspolitik (aktuell bei MAN Roland), im
abstrakten propagiert sie das Gegenteil. Doch das Konkrete ist das Wahre. Das
4-Punkte Programm des DGB bleibt auch sehr abstrakt.
„Das Programm ist ein zentrales Instrument zur
Reduzierung der wirtschaftlichen Ungleichgewichte zwischen den Mitgliedsländern
und unterstützt so auch den Abbau der Handels- und
Leistungsbilanzungleichgewichte. Gleichzeitig muß in den Überschußländern,
insbesondere Deutschland, die Binnennachfrage durch höhere Masseneinkommen und
eine Stärkung öffentlicher Investitionen und Beschäftigung kräftig gesteigert
werden.“
[2](ebd.)
Die konkrete Politik der DGB-Bürokratie ist jedoch
einer Politik der Senkung von Masseneinkommen im Rahmen einer Deflationspolitik
des Modell Deutschland verpflichtet, in der Vergangenheit, wie auch jetzt
aktuell. Aus sich selbst heraus, ohne organisierten Druck der Gewerkschaftsbasis
im konkreten und der Arbeiterklasse im Allgemeinen, ist ein Bruch mit dem Modell
Deutschland nicht möglich.
Aus diesem Grunde schaltet die DGB-Bürokratie in
ihrem Plan erst einmal die EZB dazwischen. Diese soll das Recht erhalten
unbegrenzt Geld drucken zu dürfen und als Käufer der letzten Instanz alle
zweifelhaften Staatsanleihen der Euro-Zone aufzukaufen. Dann können sich die
Defizit-Staaten finanzieren und das Modell Deutschland müßte nicht aufgegeben
werden. So der Traum der DGB-Bürokratie. Damit würde jedoch der Euro verwässert
werden, d.h dieser würde zu Lasten der anderen Währungen abwerten und zu einer
Abwertungsspirale führen. Die Abwertung ist eine besondere Form des
Protektionismus und der Deflationspolitik. Die Handelsbilanzungleichgewichte
innerhalb der Euro-Zone würden nur scheinbar zu Lasten aller anderen
Weltmarktteilnehmer gelöst. Denn diese werden ebenfalls abwerten und so würde
dann eine Abwertungsspirale in Gang kommen. Zudem würde eine nochmalige
Ausweitung der Geldmenge die internationale Spekulation anheizen.
„ Sie (die Europäische Zentralbank, I.N) ist und
bleibt der Dreh- und Angelpunkt jeder vernünftigen Lösung, in der gegenwärtigen
Krise. Jede Zentralbank ist und bleibt in einer entwickelten Volkswirtschaft der
einzige glaubhafte Kreditgeber letzter Instanz. Nur sie kann unbegrenzt
Staatsanleihen aufkaufen. Nur sie kann den Märkten Orientierung geben…Deshalb
muß die EZB nicht nur gegenüber den Banken, sondern Staaten als Kreditgeber der
letzten Instanz (Lender of Last Resort) fungieren und ausreichend Liquidität
bereitstellen. Die Satzung der EZB untersagt ihr heute den direkten Ankauf von
Staatsanleihen. Damit kann die EZB ihre Funktion als Kreditgeber letzter Instanz
nicht wahrnehmen. Deshalb schlagen wir vor, daß der Rettungsfornds (EFSF) mit
einer Banklizenz ausgestattet wird, um sich wie jede andere Geschäftsbank bei
der EZB refinanzieren zu können. Dadurch kann der Rettungsfonds seine
Kreditkapazität unbegrenzt ausweiten und notfalls unbegrenzt zu günstigen
Bedingungen die Staatsanleihen aufkaufen.“
[3](ebd)
So kann die DGB-Bürokratie weiter gegen die
BRD-Arbeiterklasse die Deflationspolitik des BRD-Kapitals exekutieren lassen und
gleichzeitig den Abbau der Handelsbilanzungleichgewichte in der EU fordern und
durchführen, zu dem Preis, daß die Handelsbilanzungleichgewichte weltweit
zunehmen.
Die DGB-Bürokratie setzt auf eine Zwangsanleihe, mit
der dann ein Investitionsprogramm in ökologischer Infrastruktursanierung- und
Bildung finanziert werden soll
[4](vgl. ebd.) Jeder Vermögensbesitzer mit
500.000 Euro für Ledige und 1. Mio. Euro für verheiratete, soll einem Fond ein
zinsloses Darlehen für 10 Jahre gewähren und zwar in Höhe von drei Prozent des
Vermögens.
Das Problem sind nicht die „Reichen“, sondern das
Kapitalverhältnis selbst. Auch die „Reichen“ unterliegen den Gesetzmäßigkeiten
der kapitalistischen Produktionsweise. So wird das Kapital, und auch die Vermögen der „Reichen“ in dieser Großen
Krise entwertet. Dann greifen die geforderten 3 Prozent des Vermögens ins Leere.
Dieses Investitionsprogramm ist viel zu gering, um signifikant zu wirken.
Die DGB-Bürokratie ist fest im Neoliberalismus
verfangen und kommt noch nicht einmal auf reformistisches Niveau. Es fehlt auch
die Forderung nach einem Defizit-finanziertes Konjunkturprogramm in Verbindung
mit Investitionslenkung, Vergesellschaftung und Wirtschaftsdemokratie und
Demokratisierung des bürgerlichen Staates. Die Frage der Verfügungsgewalt über
das Privateigentum an Produktionsmitteln, seine reformistische Lösung durch
Interventionen des bürgerlichen Klassenstaates in das Privateigentum an
Produktionsmitteln wird noch nicht einmal gesehen. Es wird lediglich auf das
zinstragende Kapital mit seinen „Vermögen“ sich negativ bezogen. Die Große Krise
ist nicht das Resultat einer Diktatur des zinstragenden Kapitals über das
mehrtheckende Kapital, sondern ein Resultat der Bewegungsgesetze der
Akkumulation von Kapital und damit auch des mehrwertheckenden Kapitals, welches
die materielle Basis der kapitalistischen Produktionsweise stellt. Es gibt keine
chinesische Mauer zwischen dem mehrwertheckenden Kapital und dem fiktiven
Kapital. Auch wird von Hartz IV geschwiegen, wie von den sozialen
Transferleistungen im Allgemeinen. Auch die Gewerkschaftsbürokratie hat die
prekären Arbeitsverhältnisse gefördert, durch die Akzeptanz von Hartz IV, durch
untertarifierte Tarife, durch unkoordinierte Haustarife, durch untertarifierte
Tarife in der Leiharbeit, durch Akzeptanz von befristeter Beschäftigung. Erst
jetzt, als im vierten Quartal 2011 die Akkumulation deutlich einbricht, bequemt
sich die DGB-Bürokratie zu einer Stellungnahme. Dieses DGB-Programm bleibt
folgenlos, da keine Massenunterstützung organisiert wurde. Ohne eine
Massenmobilisierung bleibt sogar dieses bescheidene Programm des DGB
wirkungslos. Mit dieser Untätigkeit wird die Bourgeoisie mobilisiert. Die
BRD-Bourgeoisie wird sich radikalisieren und die Gewerkschaften noch weiter
zerschlagen und sich unterordnen. Dieses Programm des DGB ist nichts anderes
eine Kapitulation. Die Große Krise ist schneller als sich die DGB-Bürokratie nur
vorstellen kann. Gelingt es den Gewerkschaften nicht die Große Krise
reformistisch zu kanalisieren, drohen bewußtlose Revolten, da derzeit die
revolutionäre Position zu schwach ist. Der bürgerliche Klassenstaat wird die
Gefahr von Revolten schon präventiv nutzen, in dem der„starke Staat“ sich zeigt,
welcher eine Politik präventiver Counterinsurgency durchführen wird. Der
bürgerliche Ausnahmestaat (Bonapartismus, Diktatur, Faschismus) ist das Resultat
eines politischen Vakuums. Unter der Bundeskanzlerschaft Schröder wurde den
Gewerkschaften gedroht, entweder ihr enthaltet euch den Hartz IV-Protest und
schließt selbst Öffnungsklausen ab, welche den Flächentarif unterschreiten oder
der bürgerliche Staat beschließt selbst gesetzliche Öffnungsklausen. Die
DGB-Bürokratie kapitulierte und unterwarf sich dem bürgerlichen Staat, der so
die Gewerkschaften tendenziell zerschlug, indem er die relative Tarifautonomie
durch das Hartz IV-System zerstörte. Die DGB-Bürokratie wagte es nicht, den
Widerstand zu organisieren. So durch sich selbst geschwächt, ist es jetzt
schwierig, einen eigenen Standpunkt wieder zu gewinnen. Auf der anderen Seite
dann das Angebot des bürgerlichen Staates, die Wende im Sinne des
BRD-Imperialismus zu gestalten, über eine Festigung des korporatistischen Blocks
und so einen neuen imperialistischen Block in Europa mitzugestalten. Der
„4-Punkte-Plan“ des DGB ist mit einer solchen Politik kompatibel. Zwischen
diesen Extremen wird die Politik der DGB-Bürokratie pendeln und einen
wohldosierten Widerstand als Optimum organisieren. Der „starke. Staat umrahmt
den DGB. Ein radikales Deflationsprogramm von Biedenkopf sieht drastische
Einschnitte über eine Finanzstiftung vor, welche für die Zurückzahlung der
Staatsschulden vorgesehen ist. Diese Finanzstiftung soll dem Bundespräsidenten
unterstehen. Damit würde der Bundespräsident gegen die Verfassung objektiv
aufgewertet, er würde ein weiteres Machtzentrum werden und im Zusammenspiel mit
dem Bundeskanzleramt leicht das Parlament überspielen können. Eine
Verfassungsänderung ohne die Verfassung zu ändern. Dies scheint dem
gegenwärtigen Bundespräsidenten nicht zu gefallen und als Reaktion ist der
derzeitige Bundespräsident einer Kampagne ausgesetzt. Der Plan von Biedenkopf
bezieht sich objektiv auf die starke Stellung des Reichstagspräsidenten, auf
eine Präsidialdiktatur. Der derzeitige Bundespräsident scheint diese Rolle
abzulehnen oder die BRD-Bourgeoisie traut dies dem gegenwärtigen Amtsinhaber
nicht zu.
Der tendenzielle Zerfall des Weltmarktes und seine
Segmentierung entziehen dem gegenwärtigen Modell Deutschland seine materiellen
Grundlagen und damit sind auch die materiellen Grundlagen des korporatistischen
Blocks aus bürgerlichen Staat, Kapital und Gewerkschaftsbürokratie in Frage
gestellt. Der BRD-Imperialismus kann das Modell Deutschland vielleicht retten,
wenn er seine engen Bindungen an den US-Imperialismus kappt und auf eine
Rapallo-Lösung setzt. Aber dies wäre kein bruchloser Übergang und führt zu
erheblichen Verwerfungen in der Arbeiterklasse. So könnte auch der
korporatistische Block aus Kapital, bürgerlichen Staat und
Gewerkschaftsbürokratie neu begründet werden-zu Lasten der Arbeiterklasse.
Gelingt es nicht noch nicht einmal eine reformistische Alternative zu weisen,
ist ein erhebliches Absinken des gesellschaftlich notwendigen
Reproduktionsniveaus der Arbeiterklasse unvermeidlich und damit auch ein
bürgerlicher Ausnahmestaat. Die DGB-Bürokratie ist mit der gegenwärtigen
Situation überfordert und deshalb passiv. Erst wenn aus der Arbeiterklasse
heraus antikapitalistische Aktivitäten entwickelt werden oder Druck aufgebaut
wird, könnte es sein, daß die DGB-Bürokratie aktiv wird, und zwar objektiv gegen
die Arbeiterklasse, um die Kontrolle über die Aktionen zu behalten.
3.)
Der Proletarische Weg
Das Proletariat kann sich nur über die Einheitsfront
verteidigen.
Radikale Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn- und
Personalausgleich, ansetzend an der alltäglichen Sabotage der Ausbeutung und
international organisiert.
Arbeiterkontrolle über die Produktion
Aufbau proletarischer Hundertschaften zum Schutz
gegen die Repression des bürgerlichen Staates und seiner neofaschistischen
Organisationen
Iwan Nikolajew
Hamburg im Januar 2012
Maulwurf
[1] .) DGB-Position: 4-Punkte Programm für einen Kurswechsel in
Europa, DGB-Bundesvorstand, 15. Dezember 2011, Berlin
[2] .) ebd.
[3] .) ebd.
[4] .)ebd,
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