Gewerkschaft home 

Von: "GLB" <>

Betreff: GLB/Teuerung/Preisregelung/Lohnpolitik

Datum: Dienstag, 17. Jänner 2012 11:02

 

Pressedienst des Gewerkschaftlichen Linksblocks (GLB), Hugogasse 8, A-1110

Wien - Telefon +43 664 61 45 012 oder +43 1 53 444-308 - Mail office@glb.at

– Web www.glb.at    – Ausgabe vom 17. Jänner 2012

 

  

 Amtliche Preisregelungen und Tarifstopp gefordert

  

Hohe Teuerung ist Signal für Anhebung von Löhnen, Gehältern und Pensionen

 

 

Wirksame Maßnahmen gegen die enorme Teuerung verlangt die Fraktion

Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB). Laut Arbeiterkammer haben die

Preissteigerungen zuletzt im Jahre 1990 ein so hohes Niveau erreicht wie

2011 mit einer Jahresinflation von 3,3 Prozent.

 

 

 

„Dieser Wert täuscht allerdings über die wirkliche Belastung von Haushalten

mit kleinem Einkommen hinweg, die einen überproportionalen Anteil für

Grundbedürfnisse ausgeben müssen“, so GLB-Bundesvorsitzender Josef Stingl.

So betrug 2011 der Mini-Index für wöchentlichen Einkauf 6,7 Prozent, der

PKW-Index 5,8 Prozent, der Mikro-Index für täglichen Einkauf 3,8 Prozent und

der PensionistInnen-Index 3,4 Prozent. Wie schon in den Jahren zuvor sind

vor allem die Wohn- und Energiekosten enorm gestiegen, zunehmend aber auch

die Preise bestimmter Lebensmittel.

 

 

 

Daher ist die Forderung nach amtlichen Preisregelungen für Mieten,

Betriebskosten, Energie und Heizkosten ein Gebot der Stunde um Haushalten

mit kleinen Einkommen unter die Arme zu greifen. Ebenso ein Tarifstopp für

kommunale Tarife um die weit über der Inflationsrate liegenden Steigerungen

bei den Wohnkosten zu bremsen. Rund 60.000 Abschaltungen bei Strom oder Gas

im Jahr und 237.000 Haushalte die unter Energiearmut leiden müssen für die

Politik Alarmzeichen zum Handeln sein. Die Forderung nach einer

Energiegrundsicherung, wie sie vom GLB zuletzt auch in der Wiener

Arbeiterkammer eingebracht wurde, ist daher höchst aktuell.

 

 

 

Nach Meinung des GLB ist die Regierung gefordert auf nationaler,

europäischer und internationaler Ebene Initiativen gegen die Spekulation mit

Energie und Lebensmitteln zu ergreifen: „Es kann nicht akzeptiert werden,

dass die großen Konzerne Milliardenprofite auf Kosten der Grundbedürfnisse

der Menschen machen und immer mehr Menschen in die Armut treiben“, so

Stingl. Analog muss gegen die Kartellbildung der Konzerne vorgegangen

werden, die zum berüchtigten „Österreich-Aufschlag“ führt.

 

 

 

Die hohe Teuerung ist aus der Sicht des GLB aber auch ein klares Indiz

dafür, dass es bei den laufenden Lohn- und Gehaltsverhandlungen keine

Zurückhaltung der Gewerkschaften geben darf. Abschlüsse, die unter dem VPI

liegen bedeuten für einen Großteil der Beschäftigten einen effektiven

Verlust, von der ihnen vorenthaltenen Anteil an der Produktivitätssteigerung

gar nicht zu reden. Es ist keine Errungenschaft, wie etwa WKO-Chef Christoph

Leitl meint, dass 2,3 Millionen ÖsterreicherInnen keine Lohn- oder

Einkommensteuer zahlen, sondern ein Armutszeugnis. Das bedeutet im Klartext,

dass sie weniger als 11.000 Euro im Jahr verdienen oder Pension beziehen,

weniger als SpitzenpolitikerInnen und ManagerInnen im Monat.

 

 

 

Haushalte mit geringen Einkommen werden auch bei den Verbrauchsteuern, wie

Mehrwert- oder Mineralölsteuer überdurchschnittlich und damit unsozial

belastet. Um in diesem Bereich sozialer zu steuern und einkommensschwache

Haushalte zu entlasten verlangt der GLB die Abschaffung der Mehrwertsteuer

auf Wohnungsmieten und dazugehörige Betriebskosten, kommunale Gebühren,

Energie und Medikamente und sonstige von der Krankenversicherung nicht

übernommene von Ärzten verordnete Gesundheitsleistungen. Im Gegenzug sollte

eine Sondersteuer auf Luxusgüter wie etwa SUVs, Luxusautos, Motorboote,

Privatflugzeuge und Ähnliches eingehoben werden.


Kontakt- & Diskussionsmöglichkeit