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Von: "GLB" <>

Betreff: GLB/Privatstiftungen/Steuerlucht/Auflösung

Datum: Dienstag, 10. Jänner 2012 12:31

 

Pressedienst des Gewerkschaftlichen Linksblocks (GLB), Hugogasse 8, A-1110

Wien - Telefon +43 664 61 45 012 oder +43 1 53 444-308 - Mail office@glb.at

– Web www.glb.at   – Ausgabe vom 10. Jänner 2012

 

 

Instrument zur Steuerflucht endlich abschaffen

 

 

Stingl für Auflösung der steuerschonenden Privatstiftungen

 

 

Das weitere Wachstum der Privatstiftungen zeigt, dass diese nach wie vor ein

Instrument der Steuerflucht darstellen. Die Fraktion Gewerkschaftlicher

Linksblock im ÖGB (GLB) sieht sich daher in ihrer Forderung nach Auflösung

der Stiftungen und normaler Besteuerung der dort gebunkerten Vermögen in

Höhe von bis zu 100 Milliarden Euro bestätigt, meint GLB-Bundesvorsitzender

Josef Stingl.

 

 

 

2011 hat sich die Zahl der Stiftungen um weitere 121 auf bereits 3.208

erhöht. Die Behauptung von Finanzministerin Maria Fekter „Die Stiftungen

haben wir umgebracht“ hat sich damit als eindeutiges Ablenkungsmanöver

erwiesen. Und so kann der Generalsekretär des Verbandes Österreichischer

Privatstiftungen (VÖP), Christoph Kraus, genüßlich konstatieren, dass die

verschärften Gesetze „keine wesentliche Verschlechterung für die meisten

Stiftungen brachten“.

 

 

 

Dringender Handlungsbedarf besteht auch insofern, als Stiftungen und

Substiftungen vor allem in Tirol als Umgehungskonstruktionen dienen, um über

Strohmänner Grundstücke zu erwerben. Laut dem Steuerexperten Werner Doralt

dienen Stiftungen auch dazu, um Firmenbeteiligungen steuerfrei veräußern zu

können. Und wie zuletzt der Skandal um die Hypo Alpe Adria bestätigte,

dienen solche Privatstiftungen auch für jene Spekulationen, mit welchen die

Krise am Finanzmarkt mit gravierenden Auswirkungen auf die gesamte

Realwirtschaft ausgelöst wurde.

 

 

 

„Für die Lohnabhängigen ist es unerträglich, wie sie mit Lohnsteuer,

Mehrwertsteuer, Mineralölsteuer usw. gnadenlos abgezockt werden und die

Pensions- und Gesundheitsfinanzierung infrage gestellt wird, während

gleichzeitig Privatstiftungen als Instrument zur Steuerflucht dienen“,

kritisiert Stingl. Der GLB verlangt daher die Auflösung dieser Stiftungen

und die Besteuerung der Erlöse aus den dort veranlagten Millionen- und

Milliardenvermögen bis zum Höchststeuersatz nach dem Einkommensteuergesetz.

 

 

 

Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser hatte das 1993 vom damaligen

SPÖ-Finanzminister Ferdinand Lacina geschaffene Privatstiftungsrecht als

„absolute Erfolgsstory der letzten Jahre“ bezeichnet. Nicht nur der

mittlerweile verstorbene deutsche Steuerflüchtling Flick – dessen

Privatstiftung beim Hypo-Deal profitiert hat – sondern auch alle namhaften

österreichischen Milliardäre wie Androsch (SPÖ), Prinzhorn (FPÖ),

Bartenstein (ÖVP), Haselsteiner (LIF), Wlaschek, Stronach, Meinl, Palmers,

Dichand, Lugner, Swarovski, Esterhazy, Piech usw. haben ihr Vermögen

steuerschonend in Privatstiftungen angelegt und sind damit vor der

Steuerleistung „stiften“ gegangen.


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