Rumänien schlitterte in den nächsten Jahrzehnten in den
>Teufelskreis< einer abgehobenen Bürokratenkaste,
deren adminstrativ-autoritäre Politik unvermeidlich
immer wieder wirtschaftliche und soziale Krisen
provoziert - und damit wiederum
die
Bürokratendiktatur verschärft (Ultrakollektivierungen
1950, 58 usw.; Massenrepression nach Arbeiterstreiks
1950, 56 uam.). Die >Liberalisierung< um 1967/68
bis hin zu Ceausescus Ablehnung der CSSR-Invasion blieb
nur eine kurze Phase im >Freiraum< relativer
wirtschaftlicher Stabilität und des
sowjetisch-chinesischen Konflikts. Im April 1968
wars schon wieder vorüber. Eine neue Periode
bürokratischer Zentralisierung und Repression setzt ein.
Im Sog der Weltwirtschaftskrise, der bürokratisch
ausgepowerten rumänischen Industrie2) und wachsender
sozialer Spannungen im Land3) nimmt die RKP-Diktatur
immer mehr Züge der Paranoia an, ständig von innen und
außen bedroht zu sein. Der Gorbatschowismus ab 1985
treibt sie zum endgültigen Machtwahn. Bürokratische
Zentralisierung und Nationalismus
mutieren zur
offen bonapartistischen Diktatur des Ceausescu-Clans und
nationalistischem Conducator-Größenwahn, gestützt
zuletzt nur mehr auf die Securitate. Das ist die Logik
bürokratischer Herrschaft auf die Spitze getrieben,
deren Wurzel aber in den 20er Jahren liegt, als die
Theorie und Praxis der Rätemacht und bolschewistischen
Partei vom Stalinismus erdrosselt worden sind.