Hinter der beachtlichen Inkonsequenz, mit der die KPÖ in
der Folge den Streik abbrach, sollte jedoch nicht das
System dieser Niederlagenpolitik übersehen werden. Es
lag im Österreichpatriotismus der Stalinisten
begründet, der die KPÖ schon ab 1934/35 offen das
Bündnis mit den "anständigen" Teilen der
österreichischen Bourgeoisie (gegen den
Austrofaschismus) suchen hat lassen - und mit dem sie ab
1945 in und außerhalb der Regierung das 'unabhängige'
Österreich mitaufbaute. "... wir lieben unser
Land, wir sind unerschütterliche Anhänger und
Verfechter der Demokratie. Gerade deswegen können und
werden wir dem Hungerpakt nicht zustimmen."
(aus der KPÖ-beeinflußten Resolution der
'Gesamtösterreichischen Betriebsrätekonferenz' am
30.9.). Zudem war die sowjetrussische Bürokratie - und
mit ihr der österreichische Vasall KPÖ - mitten im
Kalten Krieg in keiner Weise an einer Zuspitzung des
Klassenkonflikts in Österreich interessiert. Die
"Zerreißung Österreichs wäre eine Katastrophe
gewesen. Jede Möglichkeit dazu mußte unbedingt
verhindert werden. Dieser politische Hintergrund bietet
eine der Erklärung für das vorsichtige (!) Taktieren
der Partei in vielen Fragen." (A. Peter,
1950 ZK- und Orgbüromitglied der KPÖ)