Anna Distelberger: Mediale Antwort auf Kurier-Interview mit Karl Mahringer

Sehr geehrte Damen und Herren,

Wir kontaktieren Sie im Namen einer Gruppe an Aktivist_innen im Bereich derzeitiger Migrations- und Asylpolitik in der EU.

Seit Frühjahr 2017 wird in verschiedenen Medien (siehe z.B. http://derstandard.at/2000055333735/Harter-Start-nach-der-Abschiebungin-Afghanistan) auf Karl Mahringer als Experte für Afghanistan referiert. Von Beruf Geschäftstreibender, ist Mahring derzeit gerichtlich beeideter Sachverständiger beim BVwG im Asylbereich in Bezug auf Afghanistan tätig. Unlängst – am 3. 11. 2017 – wurde im Kurier ein Interview mit Mahringer veröffentlicht (siehe https://m.kurier.at/chronik/oesterreich/afghanistan-70-prozent-sind-wirtschaftsfluechtlinge/295.833.992). Mahringers Expertise als Sachverständiger und Gutachter am BVwG ist höchst fragwürdig: Seine Methoden sowie die Quellen auf die er sich in seinen Gutachten beruft (unter anderem Romane) sind höchst unprofessionell, fragwürdig und in keinster Weise wissenschaftlich haltbar. In dem Kurierartikel behauptet er unter Anderem, dass Kabul sicher sei und man nur wissen müsse, welche Orte man vermeiden soll um nicht von den Anschlägen betroffen zu sein.

Wir wollen das nicht so stehen lassen und als Antwort darauf eine Gegenperspektive medial aufzeigen. In diesem Sinne treten wir an Sie heran, mit der Anfrage eines Exklusivinterviews mit Thomas Ruttig. Ruttig ist Mit-Begründer der Forschungsplattform Afghanistan Analysists Network (https://www.afghanistan-analysts.org/), einer in Deutschland sowie in Afghanistan tätige NGO, die zu Afghanistan relevanten Themen regelmäßig Publikationen veröffentlicht. Auf seinem persönlichen Blog – Afghanistan Zhaghdablai (https://thruttig.wordpress.com//?s=Afghanistan+nicht+sicher&search=Los) bezieht Ruttig beispielweise auch zu derzeitigen Abkommen zwischen EU-Ländern und Afghanistan sowie zur Frage, ob Afghanistan ein ‚sicheres Land’ sei, (kritisch) Stellung. Institutionen wie Asyl in Not geben Ruttigs Arbeit auch als Referenz an (siehe https://www.asyl.at/de/themen/herkunftslaender/afghanistan/).

Angesichts der konfliktreichen und keineswegs sicheren Lage in Afghanistan erachten wir es für notwendig, weitere Perspektiven auf diese Frage in österreichischen Medien stark zu machen. Falls Sie an dem oben erwähnten Interview Interesse hätten, freuen wir uns über Rückmeldung.

Mit freundlichen Grüßen,

Anna Distelberger und Katharina Fritsch

0680 4457533