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„Schiffe der Solidarität“ starten
am 15.
Oktober von Rom Richtung Nordafrika –
Unterstützen Sie diese Initiative gegen das
Sterben von Flüchtlingen
und MigrantInnen im Mittelmeer und spenden
Sie für „Boats 4 People“!
Liebe Freundinnen und Freunde!
Die Situation ist und
bleibt unerträglich, direktes Handeln ist angesagt, um dem tödlichen
EU-Grenzregime Einhalt zu gebieten. „Schiffe der Solidarität - das Sterben
in Mittelmeer stoppen“ ist eine internationale Initiative, mit der
Flüchtlinge und MigrantInnen auf ihrem Weg nach Europa durch unmittelbares
Eingreifen vor Ort unterstützt werden sollen. Am 15. Oktober werden mehrere
kleine Schiffe in Rom in See stechen, in entgegengesetzter Richtung zu den
Fluchtrouten der Boatpeople: über Sizilien, Lampedusa und Malta bis zu
verschiedenen Häfen in Tunesien und gegebenenfalls auch in Libyen. Das
Projekt zielt auf eine mediterrane Vernetzung, die ein dauerhaftes
Monitoring zwischen der nordafrikanischen Küste und den südeuropäischen
Inseln in Gang bringen will. Die skandalösen Vorgänge auf dem Meer sollen
dokumentiert und öffentlichkeitswirksam angeklagt werden. Es soll alles
dafür getan werden, dass Schiffbrüchige gerettet werden.
Über 2000 Menschen sind allein seit Beginn des
Jahres in dieser Region des Mittelmeeres ertrunken oder verdurstet und
Tausende stecken weiterhin in Wüstenlagern wie dem tunesischen Choucha oder
im Bürgerkriegsland Libyen fest. Sie
haben kaum eine andere Hoffnung als den riskanten Versuch zu wagen, in
überfüllte und See untaugliche Boote zu steigen.
Menschenrechtsorganisationen und antirassistische Netzwerke haben in den
letzten Monaten in gemeinsamen Appellen die sofortige Aufnahme von
Flüchtlingen gefordert: „Die Stimmen von Choucha stehen für das verzweifelte
Aufbegehren gegen eine Politik der flagranten Menschenrechtsverletzungen,
wie sie sich tagtäglich an vielen Brennpunkten der europäischen Außengrenzen
abspielen. Ein Bruch mit dieser Politik ist notwendig, um das Sterben auf
See und in der Wüste zu beenden. Die Demokratiebewegungen in Nordafrika
bieten die Chance für einen Neuanfang. Statt tödlicher Ausgrenzung und
grotesker Bedrohungsszenarien muss Offenheit und Solidarität die Zukunft des
mediterranen Raumes prägen. Es braucht Brücken statt Mauern für ein neues
afrikanisch-europäisches Verhältnis, damit Europa ein Raum wirklicher
Freiheit, allgemeiner Sicherheit und der gleichen Rechte für Alle wird“ (aus
dem Appell vom Juni 2011).
Sie haben mit Ihrer
Unterschrift den Appell "Fluchtwege öffnen" unterstützt. An diese
Forderungen und Ziele knüpft die Aktion „Schiffe der Solidarität“ an, denn
bisher lehnen die europäischen Regierungen die Aufnahme von Flüchtlingen
rigoros ab. Vielmehr häufen sich Aussagen von Überlebenden, dass die Rettung
von Bootsflüchtlingen bzw. die Aufnahme Geretteter bewusst verweigert und
deren Tod in Kauf genommen wird. Die EU finanziert Flüge, um subsaharische
MigrantInnen aus Tunesien in ihre Herkunftsländer zurück zu schicken, z. B.
nach Mali, dessen ökonomische Situation als eines der ärmsten Länder der
Welt dadurch weiter destabilisiert wird. Gleichzeitig verstärken die
EU-Verantwortlichen den Druck auf die (Übergangs-)Regierungen der
nordafrikanischen Länder, ihre Küsten lückenlos zu kontrollieren und mit der
europäischen Grenzschutzagentur Frontex zusammen zu arbeiten. Bei
Nichterfüllen dieser Wachhund-Rolle werden Wirtschaftsabkommen verweigert.
Völlig ignoriert wird, dass Tunesien ca. 500.000 Libyenflüchtlinge
aufgenommen hat. Die Revolutionen in Nordafrika können die soziale und
ökonomische Situation nicht über Nacht ändern. Aus dem Land selbst machen
sich viele Menschen nach Lampedusa auf, um der Arbeitslosigkeit zu
entkommen. Doch in Europa werden sie entwürdigend behandelt und so schnell
wie möglich abgeschoben.
Mit einem
Organisationsbüro in Paris koordiniert das euro-afrikanische Netzwerk
Migreurop das „Boats 4 People“-Projekt. Bislang wirken Organisationen aus
Frankreich, Italien, Belgien, Holland und aus Tunesien mit, aus Deutschland
beteiligen sich VertreterInnen von borderline.europe, von der
Forschungsstelle Flucht und Migration sowie der Netzwerke
Afrique-Europe-Interact und Welcome to Europe im Vorbereitungskreis.
Die „Schiffe der Solidarität“ benötigen eine schnelle, breite und prominente
Unterstützung. Wir bitten um Spenden auf das unten angegebene Konto des
Koordinationsbüros in Frankreich.
Wer in den kommenden Wochen regelmäßige
Informationen erhalten und weiterverbreiten oder auf lokaler, bundesweiter
oder auch internationaler Ebene mitarbeiten möchte, wende sich bitte an die
folgende Adresse:
choucha-appell@antira.info
Mit freundlichen Grüßen,
Judith Gleitze,
borderline.europe
Helmut Dietrich, Forschungsstelle Flucht und Migration
Conni Gunßer, Netzwerk Afrique Europe Interact
Hagen Kopp, Netzwerk Welcome to Europe
Spendenkonto
International:
Banküberweisung unter dem Stichwort «Mediterranean Flottilla» an: Migreurop,
21 ter rue Voltaire, CCM Paris 11 Parmentier – IBAN: FR76 1027 8060 1100
0202 6600 158 BIC: CMCIFR2A
Weiter Informationen zu
den Schiffen der Solidarität bei
http://www.afrique-europe-interact.net
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