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Von: "Deserteurs-Fluechtlingsberatung" < info@deserteursberatung.at >



Betreff: [ANAR.wien]

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beratung_d. Deserteurs-Fluechtlingsberatung


Datum: Samstag, 19. Juni 2010 21:06

Liebe InteressentInnen,

anbei senden wir Euch die aktuelle Info zu weiteren Verschärfungen
in der Asylgesetzgebung + unseren Spendenaufruf.
... Wir freuen uns über Euer Interesse und wenn Ihr wollt:
bitte diese Info gerne weiterleiten!

Lieben Dank,
Eure Deserteurs- und Flüchtlingsberatung

PLEASE INSERT COIN
oder
Weshalb wir behördlichen Spieltrieb gerne beschränken

EIN NEUES SPIELZEUG ...

Behörden, die mit dem Fremdenrecht befasst sind, haben zu Jahresbeginn
2010 ein neues Spielzeug geschenkt bekommen: Das
Fremdenrechtsänderungsgesetz. Wie gewohnt sind sie derzeit dabei,
sämtliche Funktionen dieses Spielzeugs nun gewissenhaft auszuprobieren.
Man will ja schließlich wissen, was es alles kann.

... MIT VIELEN FUNKTIONEN UND LANGER LEBENSDAUER

Und tatsächlich bietet die Novelle einige neue Funktionen, die die
Behörden wohl noch eine Zeit lang beschäftigen dürften. So können sich
PolizistInnen mittlerweile als BriefträgerInnen betätigen und munter
Asylbescheide an obdachlose Flüchtlinge austragen. Daneben stellen die
Reviere nun auch eine Art Meldeamt dar, auf dem Flüchtlinge
alle 14 Tage mit ihrer Unterschrift bestätigen müssen, noch nicht
geflüchtet zu sein. Sofern neben diesen Tätigkeiten noch Zeit bleibt,
wird im Außendienst gegen die Wirtschaftskrise gearbeitet, indem
Flüchtlinge bestraft werden, die es gewagt haben, ihren Bezirk zu
verlassen. Die Mindeststrafe dafür beträgt nunmehr 1.000 Euro und
kann bis zu 15.000 Euro ausgeweitet werden.

Auch in den Bundesasylämtern haben die Neuerungen für erhöhten Arbeitseifer
gesorgt. Hoch im Kurs stehen dabei die Altersfeststellungen. So wird mit
erheblichem medizinischen Aufwand 'festgestellt', dass junge Flüchtlinge
sicher nicht 17,3 sondern vielmehr 19,1 Jahre alt seien. Die
Rechtsmittelfrist für bestimmte negative Entscheidungen wurde außerdem auf eine Woche verkürzt.

Es gilt also, einiges auszuprobieren. Das dürfte auch in nächster Zeit
so bleiben. Die Halbwertszeit derartiger Spielsachen beträgt
erfahrungsgemäß ein bis zwei Jahre, bis die Höchstgerichte feststellen,
dass einige Funktionen doch zu gefährlich sind und damit den Spaß am
Spielen etwas verderben. Dies ist allerdings kein Grund zur Sorge, da
bis zu diesem Zeitpunkt bereits am nächsten Spielzeug gebastelt wird.

DIE SPIELVERDERBERINNEN SIND 18 ...

Leider gibt es aber gemeine SpielverderberInnen, die die behördliche
Kreativität immer wieder aufs Neue zu begrenzen suchen. Auch wir
verderben dieses unbeschwerte Spielen. Nunmehr 18 Jahre alt, kann die Deserteurs- und
Flüchtlingsberatung den behördlichen Spieltrieb weder nachvollziehen
noch billigen.

Seit 18 Jahre lang leisten etwa 30 Personen großteils ehrenamtliche Rechts-
und Sozialberatung. Wir klären Flüchtlinge kostenlos über ihre Rechte
auf, vertreten sie in ihren Verfahren, helfen ihnen, Berufungen und
Beschwerden zu verfassen. Wir sind dabeiüberhaupt nicht objektiv, sondern
stehen ausschließlich auf der Seite unserer KlientInnen. Wir sind außerdem
unabhängig und handeln somit nur in deren Auftrag. Und wir werden
einfach nicht müde, aufzuzeigen, dass es hier um Menschen geht und das
Ganze eben kein Spiel ist. Wir gefallen uns in der Rolle der
SpielverderberInnen.

... UND BENÖTIGEN UNTERSTÜTZUNG

Das Engagement und vor allem die Unabhängigkeit haben dennoch ihren
Preis. So müssen auch wir Kosten wie Miete, Telefon, Kopien etc. tragen.
Und genau dabei benötigen wir Unterstützung. Wenn Sie also auch der
Meinung sind, dass mit Menschenleben und mit Menschenrechten nicht
gespielt werden kann und darf, können Sie genau hier tätig werden.

Das Spielverderben kann grenzenlos kreativ sein: Spenden,
Daueraufträge, das Veranstalten von Benefizaktionen sowie jegliche
andere Unterstützung werden von uns gern angenommen.

DANKE

Mit Ihrer Spende leisten Sie einen wesentlichen Beitrag zum Fortbestehen
der Beratungsstelle.
Daueraufträge ermöglichen uns eine bessere Kalkulation unserer Ausgaben:
BAWAG BLZ 14 000
Kontonr: 01 01 0813 332

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Unsere alte Rechnung gilt:

# eine Stunde bezahlte Beratungszeit ... 8 Euro
# Unterstützung für KlientInnen in Schubhaft ... 10 Euro
# unser Zugang zum Internet ... 39 Euro
# geringfügig beschäftigteR BeraterIn für ein Monat ... 165 Euro
# Telefonkosten für ein Monat ... 200 Euro
# eine Monatsmiete unserer Beratungsstelle ... 342 Euro
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Wer von uns Aussendungen 1-2 mal jährlich auch per Post bekommen möchte,
teilt uns einfach die Postadresse mit... Vielen Dank.
Tschuldigung falls mehrfachmails.
keine mails mehr von uns? :-( bitte kurze Nachricht.

Alles Gute und bis dann!!!
Eure/Ihre:

Deserteurs- und Flüchtlingsberatung
Schottengasse 3a/1/59
1010 Wien
Tel.: 01 / 533 72 71
Fax: 01 / 532 74 16
info@deserteursberatung.at
www.deserteursberatung.at 

Offene Beratung: Mi, 18 - 19.30 Uhr
andere Termine nach Vereinbarung
Tabiki: Beratung für Konventionsflüchtlinge
Termine nach telefonischer Vereinbarung
Gratis Deutschkurse
T-Shirts, Pullis, Taschen erhältlich. Näheres auf unserer Homepage

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Ein riesengroßes Dankeschön allen unseren SpenderInnen und
UnterstützerInnen!!!!!


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ANAR.wien mailing list
ANAR.wien@no-racism.net
http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/anar.wien


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